Dienstag, 14. Februar 2012, 20:09

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Kino

Langeweile mit schlimmen Folgen

Nicht witzig, aber öde: Gregor Jordans missglückte Militärparodie Army Go Home mit Joaquin Phoenix

Für einen Soldaten aus Leidenschaft gibt es nur eines, was schlimmer ist als der Krieg - der Frieden. Denn der ist die pure Langeweile. Angeödet sitzt Soldat Ray Elwood auf seiner Army Base im engen Stuttgart herum und kommt auf dumme Gedanken. Er beginnt einen schwunghaften Schwarzhandel mit allem Nützlichen, was die Depots des Camps so hergeben. Nicht lange bleibt es bei harmlosen Putzmitteln, Elwood wird zum professionellen Heroinbrenner.

Womöglich schwebte Regisseur Gregor Jordan für seinen zweiten Spielfilm "Army Go Home" eine Art Neuauflage der skurrilen Militärkomödie "MASH" aus den 70er-Jahren vor. Leider hat sein Machwerk weder den Witz noch die Raffinesse von Robert Altmans Soldatenreigen. Mimik und Gesten von Joaquin Phoenix als Schwarzhändler Elwood spiegeln den Überdruss, der den Soldaten doch so quält. Sein Gegenspieler, ein abgehalfterter Vietnam-Veteran, wird bei Scott Glenn zum Abziehbild eines säuerlichen Army-Hardliners. Anna Paquin darf als dessen Tochter zwar eindrucksvoll vom Zehn-Meter-Brett springen, ansonsten aber nur Phoenix mit kindlicher Unschuld anschmachten. Ihre bemühte Wildheit entfacht in der dürftigen Handlung nur einen zarten Windhauch.

Das Ergebnis ist ein Film, der noch öder daherkommt als die Stadt, in der er spielt.

Army Go Home Deutschland/Großbritannien 2001, 99 Minuten, ab 16 Jahren, R: Gregor Jordan, D: Joaquin Phoenix, Ed Harris, Scott Glenn, Anna Paquin, täglich im UCI Othmarschen-Park, UCI Smart-City, UFA-Palast

 

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