Dienstag, 14. Februar 2012, 21:36

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Kino

Seefahrer-Agitprop

"Hölle Hamburg" im 3001

Ein von den Eignern aufgegebenes Schiff liegt im Hamburger Hafen. Die Besatzung ruft in ihrer Not die Geister einer längst vergangenen, kommunistischen Seefahrer-Organisation an. Zu einer Art Medium wird dabei eine Dokumentarfilmerin, die eigentlich nur einen Film über Hafenlogistik drehen wollte. Klingt ziemlich abgefahren? Es kommt noch besser, denn erstens gibt's zwischendurch tranceartige Musiknummern mit Tanzeinlage, und zweitens ist eine der Filmsprachen auch noch Plattdeutsch. Peter Ott und Ted Gaier ist mit "Hölle Hamburg" eine filmische Collage gelungen, die zunächst einmal eine gewisse Bereitschaft erfordert, sich nicht nur auf das Thema, sondern auch auf seine unorthodoxe Umsetzung einzulassen, die zwischen Agitprop, Geistergeschichte, Psychotrip und Hafendoku oszilliert. Dabei kommt der filmischen Montage ebenso große Bedeutung zu wie der durchkomponierten Tonspur. Klingt verkopft, hat aber auch einen praktischen Nährwert: Wer "Hölle Hamburg" anschaut, sieht hinterher den Hamburger Hafen mit ganz anderen Augen.hot

 

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