Dienstag, 14. Februar 2012, 15:58

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Kino

Der Traum von einem Königreich

DRAMA: In "Princesas" erzählt Regisseur Fernando Leon de Aranoa von der Freundschaft zwischen zwei Prostituierten in Madrid

Ein Friseursalon mitten in Madrid. Die Frauen, die hier herkommen, lassen sich nicht nur die Haare machen. Sie hängen dort ab, tratschen und warten darauf, dass ihre Handys klingeln. Einige von ihnen sind Prostituierte. Ihr Outfit entspricht jedoch nicht den gängigen Huren-Klischees. Sie tragen keine Hot Pants oder gürtelbreite Röcke, sondern wirken eher wie biedere Hausfrauen. Ganz anders die Mädchen draußen auf dem Platz. Diese langbeinigen exotischen Schönheiten stellen offensiv ihre Körper zur Schau. Sie stammen aus Afrika und der Karibik und leben illegal in Spanien. Caye (Candela Peña) und ihren Freundinnen sind sie ein Dorn im Auge, weil sie schlecht fürs eigene Geschäft sind. "Die riechen auch anders. Durch so ein spezielles Hormon, das sie haben. Das ist ein Geruch, der die Männer anzieht", sagt Angela (Monica Van Campen).

Caye wohnt in einem Wohnblock in der Nähe des Friseursalons. Eines Tages wird sie von lauter Musik gestört. Sie sucht nach der Quelle des Lärms und findet die junge Zulema (Micaela Nevarez). Zusammengeschlagen und blutend kauert sie in einer Ecke. Caye kennt das dunkelhaarige Mädchen von der Straße. Sie ist eine der "Illegalen". Das Mitleid überwiegt die Abneigung gegen die "Fremde", und sie hilft ihr.

Fernando Leon de Aranoa, der mit seinem Arbeitslosen-Drama "Montags in der Sonne" von der Kritik gefeiert und vom Publikum für seinen warmherzigen Film geliebt wurde, erzählt in "Princesas" von der Freundschaft zwischen zwei Prostituierten, die aus entfernten Kulturkreisen stammen, aber doch erfahren, dass sie viel voneinander lernen können. Über Familie, Selbstwertgefühl, Toleranz und darüber, was wichtig im Leben ist.

De Aranoa zeigt in "Princesas" die helle Seite des Prostituierten-Lebens. Nicht die dunklen Bars und abseitigen Orte, an denen die Frauen auf ihre Freier warten, sondern ihren Alltag: Cayes Besuche bei ihrer Mutter, ihre Treffen mit einem Informatiker, der ihr Märchenprinz ist und nichts von ihrer Profession weiß. Der Film erzählt von den Wünschen und Träumen dieser Frauen, aber auch von den Erniedrigungen, denen besonders Zulema ausgesetzt ist. Sie ist ohne Papiere aus der Dominikanischen Republik gekommen, wo ihr vier Jahre alter Sohn lebt. Sie verkauft sich aus Armut und träumt von einem besseren Leben. Das Leben von Prinzessinnen führen Caye und Zulema beileibe nicht, aber manchmal fühlen sie sich so. Denn ihr Königreich tragen sie in ihren Herzen.

>> Princesas Spanien 2006, 113 Min., ab 16 Jahren; R: F. L. de Aranoa, D: Candela Peña, Micaela Nevarez, täglich im Abaton, Passage, 3001 (OmU); www.princesas-der-film.de

 

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