Dienstag, 14. Februar 2012, 15:38

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Kino

Geschichten aus der Welt unter dem Pool

Magisch, aber nicht logisch: "Das Mädchen aus dem Wasser"

Einen schönen Namen hat er ja, Cleveland Heep (noch neurotischer als sonst: Paul Giamatti), aber seine Tätigkeit ist nicht sonderlich aufregend: Als Hausmeister eines U-förmigen Apartmentblocks im Stadtrand von Philadelphia muss er defekte Glühbirnen auswechseln oder darauf achten, dass niemand nach 19 Uhr den Swimmingpool benutzt. Ebendieser Swimmingpool erweist sich für ihn allerdings als Tor zu einer fremden Welt, als er dort einem jungen Mädchen begegnet, bei der es sich um ein Narf handelt, eine Wassernymphe aus einer Welt, die unter dem Swimmingpool liegt. Story, wie das Mädchen heißt, hat eine Mission, die das Schicksal der ganzen Menschheit betrifft. Die Zeit drängt, Rätsel müssen entschlüsselt werden und die Außenseiter, die hier leben, zur Gemeinschaft zusammenwachsen, um der Geschichte zum guten Ausgang zu verhelfen.

Dass er sich auf magische Momente versteht (und diese ebenso publikumswirksam wie kassenträchtig umzusetzen versteht), hat der Regisseur M. Night Shyamalan seit seinem Überraschungserfolg "The Sixth Sense" mehrfach bewiesen. Auch hier gelingen ihm, unterstützt von Wong Kar-Wais Stammkameramann Christopher Doyle, dem richtigen Mann für diese klaustrophobisch-dunkle Welt, solche Momente, selbst wenn er die Logik manchmal arg strapaziert. Wie in seinen beiden vorangegangenen Filmen entfaltet sich auch hier ein Mikrokosmos von Beziehungen, den der Filmemacher zum Appell nutzt, auch das Allerunwahrscheinlichste zu glauben.

Am Ende von "The Village" hatte er das durch eine überraschende Wendung der Geschichte zur Disposition gestellt - ein gelungenes Beispiel für die Redewendung, "den Kuchen gleichzeitig zu haben und zu essen". Hier dagegen führt er die Figur eines grüblerischen, zweifelnden Filmkritikers ein, der bei seiner Begegnung mit dem Bösen in Gestalt wolfsähnlicher Wesen darüber resümiert, wer in Horrorfilmen überlebt und wer nicht - so wie es seit "Scream" ein Allgemeinplatz geworden ist. Daran stört weniger die klischeehafte Figur als das Nichtzueinanderpassen von der Schlichtheit des Märchens und der Reflexion darüber. Vielleicht ist Shyamalan, der sich diesmal eine größere und gewichtigere Rolle auf den Leib geschrieben hat als seine sonstigen Cameo-Auftritte, sich seines Rezeptes auch ein wenig zu sicher geworden. "Das Mädchen aus dem Wasser", für das er sich mit seinem bisherigen Hausstudio Disney überworfen hat (wo man Einwände gegen das Drehbuch hatte), war in den USA mit 41 Millionen Dollar Einspiel (bei geschätzten Produktionskosten von 75 Millionen) nicht der erwartete Erfolg.

Das Mädchen aus dem Wasser USA 2006, 109 Minuten, ab 12 Jahren, R: M. Night Shyamalan, D: Paul Giamatti, Bryce Dallas Howard, Jeffrey Wright, täglich im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Grindel (OF), UCI Othmarschen-Park, UCI Smart-City; Internet: www. dasmaedchenausdemwasser.de

 

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