Wenn in der Hölle Tag der offenen Tür ist
"Silent Hill", der Film zum Videospiel, hat einige starke Momente. Aber das Finale gerät eindeutig zu monströs
Die Fans werden es wissen, den anderen sollte man es vielleicht lieber gar nicht sagen: "Silent Hill" ist die Kinoversion eines Videospiels. Diese Gattung hat keinen sonderlich guten Ruf, zu Recht, war doch das jüngste Beispiel "Doom" ein weiterer Tiefpunkt, eine primitive Baller-Orgie.
"Silent Hill", das Videospiel, allerdings hat den Ruf, intelligenter zu sein - das läßt sich auch von dem Film sagen. Er erzählt davon, wie die junge Mutter Rose (Radha Mitchell) mit ihrer Adoptivtochter Sharon (Jodelle Ferland) an jenen Ort fährt, in dem die Traumata des Mädchens ihren Ursprung zu haben scheinen. Denn immer, wenn Rose Sharon schlafwandelnd an gefährlichen Orten wie einer Klippe oder dem Highway wiederfindet, sind es dieselben Worte, die aus ihrem Mund der Kleinen kommen: "Silent Hill". Bei dem Ort gleichen Namens handelt es sich um eine Bergarbeiterstadt in West Virginia, die seit einer Brandkatastrophe vor drei Jahrzehnten eine Geisterstadt ist. Dort angekommen, verschwindet Sharon spurlos, und Rose macht sich mit der Polizistin Cybil (Laurie Holden) auf die Suche.
Mit der nebelverhangenen und staubbedeckten Geisterstadt, auf die fortwährend ein feiner Ascheregen niedergeht, hat der Film ein optisch ansprechendes Setting. Es sind gerade die Momente, in denen gar nichts passiert, die nur von der Erwartung des Schreckens leben, die seine Qualität ausmachen. Daß der französische Regisseur Christophe Gans ein Auge für visuelle Opulenz hat, ließ sich schon in seinen früheren Arbeiten erkennen.
Allerdings hat "Silent Hill", genau wie Gans' vorangegangener Film, das historische Mysterydrama "Pakt der Wölfe", ein Problem im Umgang mit den Spezialeffekten: War dort der Moment, in dem man die aus dem Computer erschaffene Bestie endlich zu Gesicht bekam, eine Enttäuschung, so ist es hier der gelegentliche Overkill, der zumal das Finale auszeichnet, wenn nämlich alle Geschöpfe der Hölle auf einmal losgelassen werden: Splatter total unter Verwendung von viel Stacheldraht - was der mit menschlichen Körpern macht, kann man sich vorstellen. Da läßt der Film jede erzählerische Ökonomie vermissen. Schade.
Silent Hill CAN/F 2006, 120 Min., ab 16 J., R: Christophe Gans, D: Radha Mitchell, Sean Bean, Laurie Holden, Deborah Unger, täglich im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Cinemaxx Wandsbek, Grindel (auch OF), UCI Othmarschen-Park, UCI Mundsburg, UCI Smart-City, Ufa-Palast; Infos im Internet unter www.concorde-film.de



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