Ungewöhnliche Familienbeziehungen
Teil zwei von Sokurows Familientrilogie: "Vater und Sohn"
Stöhnen, Arme, die einen nackten Körper umfassen, ein geöffneter Mund: Schon die diffusen Bilder der Eingangssequenz zu Alexander Sokurows Drama "Vater und Sohn" verwirren. Doch was wie eine homoerotische Liebesszene erscheint, erweist sich als väterliche Tröstung - der Sohn hatte schlecht geträumt. Besagter Sohn (Aleksej Nejmyshev) ist allerdings schon 19 Jahre alt, sein Vater (Andrej Shchetinin) Anfang 40 und ihre Beziehung alles andere als gewöhnlich. Die beiden scheinen in einer Art Symbiose zu leben, aus der der Sohn sich zu befreien versucht. Indes: Geredet wird darüber kaum. "Vater und Sohn" ist vielmehr ein 85minütiges Stimmungsbild voller Andeutungen, schwergängig, kryptisch und leider auch recht langatmig. Natürlich hat Sokurow den zweiten Teil seiner Familientrilogie ausgesprochen kunstvoll inszeniert, doch er ist von bleierner Ernsthaftigkeit und dürfte nur eine eingeschworene Fangemeinde interessieren.
Vater und Sohn Rußland/D/NL 2003, OmU, 85 Minuten, ab 12 Jahren, R: Alexander Sokurow, D: Andrej Shchetinin, Alexej Neymyshew, täglich im Metropolis



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