Dienstag, 14. Februar 2012, 20:24

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Kino

Das Schlusslicht einer langen Zeichentrick-Ära

"Die Kühe sind los": Disneys letzter von Hand gezeichneter Film

Drei quietschfidele Kühe, gackernde Hühner, niedliche Schweinchen und ein albernes Pferd sind die Helden in Disneys 42. Zeichentrickabenteuer. Sie wollen gute Laune verbreiten - aber uns Zuschauern ist zum Heulen zumute. Warum? Mit "Die Kühe sind los" wird das Ende einer langen Kinotradition besiegelt. Denn es ist der letzte Film aus den Disney-Studios, der noch mit der Hand gezeichnet wurde. Fortan gehört die Leinwand nur noch Trickfiguren wie Nemo und Shrek, die komplett am Computer entstehen und es derzeit verstehen, Kassenrekorde zu brechen.

Leider hat man sich beim Micky-Maus-Konzern mit dem Abschiedsfilm nicht mehr allzu viel Mühe gegeben. Die eckigen Umrisse der Figuren und die einfach ausgemalten Hintergründe wirken wie aus einer der unzähligen Zeichentrickserien im Vormittagsprogramm von Kabel 1, und auch die Story ist etwas dürftig ausgefallen.

Es geht um die drei Kuhdamen Mrs. Caloway, Maggi und Grace, die ihre friedliche Farm verlassen müssen, um 750 Millionen Dollar aufzutreiben. So viel Geld schuldet nämlich die alte Besitzerin einem raffgierigen Immobilienmakler. Unterwegs entdeckt Maggie einen Steckbrief und kommt auf die geniale Idee, Alameda Slim, den meistgefürchteten Viehdieb des Wilden Westens, einzufangen und beim Sheriff abzuliefern. Denn das Kopfgeld würde genau reichen, um alle finanziellen Sorgen loszuwerden.

Mit diesem Story-Gerüst lässt sich aber nicht 76 Minuten die Spannung halten, weshalb Regisseur John Sanford zwischendurch etliche Prügelszenen und Musicalnummern eingebaut hat. Das Gehaue zwischen Kühen und Cowboys tut nicht viel zur Sache, aber die Songs stammen immerhin aus der Feder von Alan Menken, der schon für die Disney-Filme "Arielle, die Meerjungfrau", "Die Schöne und das Biest" und "Hercules" wunderbare Scores komponierte.

Die Musik peppt, und die verbalen Gags der deutschen Synchronisation mit den Stimmen von Hella von Sinnen (Maggie), Marie Bäumer (Grace) und Christiane Hörbiger (Mrs. Caloway) laden zum Schmunzeln ein. So kommen Disney-Fans doch noch auf ihre Kosten, aber im Vergleich zu den echten Disney-Klassikern bilden die Kühe nur das Schlusslicht. Markus Tschiedert

Die Kühe sind los USA 2004, 77 Minuten, ohne Altersbeschränkung, R: John Sanford, täglich im Blankeneser, Hansa-Studio, Zeise; Internet: www.disney.de

Hier gibts den Vorgucker (WMV-Format, ~1,4 MB)

 

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