Dienstag, 14. Februar 2012, 20:33

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Kino

Romantik hat hier keinen Raum

"King Arthur" als Massen-Epos in der Tradition der 60er

Arthur (Clive Owen) und seine Ritter tragen keine schimmernde Rüstung, sondern sind bärtige, ungehobelt aussehende Kämpfer, Guinevere (Keira Knightley) ist kein verzärteltes Burgfräulein, sondern eine Kämpferin, die mit Pfeil und Bogen so gut umgeht wie ein Mann. Produzent Jerry Bruckheimer und sein Regisseur Antoine Fuqua haben ihre Neufassung des Legenden-Stoffes um den sagenhaften König, sein Schwert Excalibur und seine Tafelrunde, an der der König nur als "primus inter pares", also "Erster unter Gleichen", sitzt, nicht im Hochmittelalter, sondern im so genannten dunklen Zeitalter angesiedelt, im fünften Jahrhundert nach Christi. Eine historisch richtige Sichtweise, denn bis in diese Zeit reicht die Entstehung des Artus-Mythos zurück, dessen Existenz nie belegt werden konnte und der deshalb so wunderbar als Verkörperung für ideale Werte wie Mut, Gerechtigkeit und Tapferkeit taugte.

Fuquas "King Arthur" also spielt in einer harschen, unwirtlichen Welt, in der Arthur und seine Ritter im Dienst des römischen Kaisers als Elitesoldaten in Britannien stationiert sind. Dort kämpfen sie gegen die einheimischen Pikten, ihren Anführer Merlin und die vom europäischen Festland einfallenden Horden aus Sachsen. Eigentlich ist ihr Dienst beendet, und sie sind frei, nach Rom zurückzukehren, doch der Imperator verlangt einen letzten Dienst, ein Himmelfahrtskommando, von seinen Reitersoldaten: Sie sollen eine römische Familie aus dem Norden Britanniens vor den blutrünstigen Sachsen retten und nach Rom eskortieren.

Aus dieser Vorlage machen Bruckheimer/Fuqua ein Spektakel, wie es das vor allem in den 60er-Jahren im Kino gab: mit Tausenden Komparsen, die in verschiedenen Schlachten aufeinander prallen, mit bärenstarken Helden, die Dutzende von Gegnern niederstrecken und im Zentrum des Getümmels agieren.

Bis zu 18 Kameras hat Fuqua bei diesen Schlachten eingesetzt, verborgen in Schildern und befestigt an Pferdekörpern, um spektakuläre, hautnahe Action zeigen zu können. "King Arthur" hat beeindruckende Szenen - wie das Gefecht auf einem zugefrorenen See, bei dem Artus und seine sieben Mitstreiter das Eis zum Bersten bringen und die Sachsen im Wasser versinken - doch nutzen sich die Kämpfe in der zweiten Hälfte des Films etwas ab.

Seine Stärken hat das Epos, wenn die Protagonisten mit ihren Eigenheiten vorgestellt werden, wie der in jeder Beziehung schlagfertige Lancelot (Ioan Gruffudd), der grobschlächtige Bors (Ray Winstone) und die bezaubernde Guinevere. Die Dreiecksliebesgeschichte zwischen Arthur, Lancelot und Guinevere, in vielen Artus-Verfilmungen ein zentrales Thema, deutet Fuqua nur an. Die Umstände lassen keine Romantik zu, und Guinevere versteht es besser, einen harten Schlag auszuteilen als einen zarten Kuss zu hauchen.

King Arthur USA/Irland 2003, 125 Minuten, ab 12 Jahren, R: Antoine Fuqua, D: Clive Owen, Keira Knightley, Ioan Gruffudd, Stellan Skarsgard, Til Schweiger, täglich im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Cinemaxx Wandsbek, Grindel (OF), Hansa-Studio, UCI Mundsburg, UCI Othmarschen-Park, UCI Smart-City, UFA-Palast, Infos im Internet unter http://www.movie. de/filme/king_arthurHEINRICH OEHMSEN

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus