In der Welt zu Hause
Klassische Doku über eine Artisten-Familie: "Die Thuranos"
Jüngst ist er 94 Jahre alt geworden: Konrad Thur, Artist, Varietekünstler und Drahtseilkomödiant. Mit seiner Familie zog er über die Bühnen der Welt - vom Lido in Paris bis in die Casinos von Las Vegas - und tritt heute noch mit seinem Sohn Johnjohn im Düsseldorfer Variete Apollo auf. Ein Vollblutartist, der sich erst lebendig fühlt, wenn der Scheinwerfer auf ihm ruht und das Publikum zwischen ungläubigen Staunen und herzhaftem Lachen hin- und hergerissen ist.
Die Filmemacher Kerstin Sutterheim und Niels Bolbrinker fächern die Geschichte der weltberühmten Thuranos auf. Mit einem aktuellen Auftritt, historischem Material und in Interviews mit der Familie. Sie erzählen von ihrer Immigration nach Südafrika, ihrer Internierung und Zwangsarbeit, von Begegnungen mit Jerry Lewis und Charlie Rivel - und davon, wie es ist, wenn die ganze Welt das Zuhause ist und die Familie die Heimat.
Es ist eine klassische Dokumentation, die gewissenhaft die Historie rekonstruiert und sich Zeit für Beobachtungen nimmt, immer wieder auf dem verschmitzten Familienoberhaupt Konrad ruht, der noch immer seine Klimmzüge macht und sich rührend um seine Frau Henriette, geborene Althoff, sorgt. "Kunst ist schön, aber macht viel Arbeit", wird Karl Valentin am Anfang zitiert. Die Thuranos lösen das ein, der Film selbst aber bleibt dahinter zurück.
Die Thuranos D 2004, 65 Min., ohne Altersbeschränkung, R: Kerstin Sutterheim, Niels Bolbrinker, tägl. im Abaton; Infos im Internet: www.neuevisionen.de



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