Tränen, Temperament, Theater
Frische Komödie mit Gesellschaftskritik: "Mambo Italiano"
Schwul und italienisch - für den Italiener Angelo Barberini (Luke Kirby) gibt es keine schlimmere Situation. Da nützt es dem homophilen Möchtegern-Drehbuchschreiber auch nichts, dass seine Eltern (Ginette Reno und Paul Sorvino) bereits in jungen Jahren nach Kanada ausgewandert sind. Denn auch im Pasta-Viertel von Montreal wird italienische Tradition großgeschrieben und werden die Bambini erst aus dem Haus gelassen, wenn sie unter der Haube sind. Eine Zwickmühle für Angelo und ein Schock für die Eltern, als dieser dann doch schon mit Ende 20 und unverheiratet eine eigene Wohnung bezieht und sich und seinen Mitbewohner Nino (Peter Miller) als Paar outet.
Mit viel Tränen, Temperament und Theatralik versuchen nun Eltern, Schwester (Claudia Ferri) sowie Ninos Mutter (Mary Walsh) mit dieser Situation zurechtzukommen. Auch Nino ist der Angelegenheit leider weniger gewachsen als nötig und gibt schließlich dem gesellschaftlichen Druck und dem von Mama nach: Er verlässt Angelo und lässt sich mit einer Frau ein . . .
"Mambo Italiano" ist eine temporeiche, erfrischende Komödie in die eine gehörige Portion Gesellschaftskritik eingeflochten ist. Vom Temperament erinnert sie an "My Big Fat Greek Wedding", von der Optik ein wenig an das schrill-bunte Design in Almodovar-Filmen. Nur der Mambo spielt in dieser fulminanten Familiengeschichte eher eine Nebenrolle.
Mambo Italiano Kanada 2003, 89 Minuten, ab 6 Jahren, R: Émile Gaudreault, D: Luke Kirby, Ginette Reno, Paul Sorvino, täglich im Cinemaxx, Grindel, Streit's, UCI Mundsburg, Zeise; Internet: www.mamboitaliano-derfilm.de



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