Ende eines Lotterlebens
"Liebe auf Umwegen" ist biederes Kino von einem Fachmann für gefallene Mädchen
Garry Marshall ist in Hollywood Fachmann für gefallene Mädchen, die mit sanftem Druck und angenehmem Humor auf den Pfad der Tugend zurückgeführt werden. Dazu gehören eine anständige Arbeit und ein anständiger Mann. "Pretty Woman" ist das beste Beispiel, nicht zu vergessen "Die Braut, die sich nicht traut". Sein neuer Film variiert das beliebte Thema nur geringfügig. Statt Julia Roberts ist diesmal Kate Hudson zu sehen, die als Helen Harris in einer wichtigen New Yorker Modelagentur arbeitet. Die Modewelt, wer wüsste das nicht, ist kalt und oberflächlich. Trotzdem: Helen liebt ihren Job. Abends treibt sie sich noch auf Partys und Empfängen herum, und morgens müssen die Kerle wieder gehen.
Solch ein verantwortungsloses Lotterleben schreit nach Läuterung. Und die kommt prompt in Gestalt dreier Kinder zwischen sechs und 16, den Sprösslingen ihrer tödlich verunglückten Schwester, und eines attraktiven Pastors. Damit der Zuschauer auch merkt, wo es in dieser biederen Erziehung des Herzens langgeht, hat Marshall noch eine Schwester - Joan Cusack einmal mehr als unausstehliche Zicke - eingeführt, die als perfekte Mutter und Hausfrau alles besser weiß und wie eine Walküre für Helen die Konflikte löst. Armes Kino - wo sind nur all die tatkräftigen Amazonen geblieben, an die man sich seit Sigourney Weavers Ripley (aus "Alien") gewöhnt hatte?
Liebe auf Umwegen USA 2004, 109 Min., ohne Altersbeschränkung, R: Garry Marshall, D: Kate Hudson, John Corbett, Joan Cusack, Helen Mirren, täglich im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Cinemaxx Wandsbek, Hansa-Studio, UCI Mundsburg, UCI Othmarschen-Park, UCI Smart-City, UFA-Palast; Internet: www.movie.de/filme/liebeaufumwegen



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