Barocke Jam-Session am Hof Friedrichs II.
"Meine Name ist Bach" ist eine eindringliche Charakterstudie
Zwei historische Persönlichkeiten, eine gemeinsame Leidenschaft. Und eine folgenreiche Begegnung. Der alternde Bach und der junge Friedrich II. von Preußen finden im Mai 1747 in einer Woche schicksalhaft zusammen. Eigentlich ist die Episode nur eine Randnotiz aus den Geschichtsbüchern. Doch Regisseurin Dominique de Rivaz nahm sie zum Anlass, ihren Debütfilm über die gegenseitige Faszination zweier Männer zu drehen. Dass ihr damit eine eindrucksvolle Charakterstudie gelang, verdankt sie zwei Schauspielkönnern: Vadim Glowna und Jürgen Vogel.
Glowna sucht als alternder Komponist Bach seinen Sohn Carl Philipp Emmanuel auf, der sich als Hofkomponist am Hof König Friedrichs II. verdingt. Von diesem wird Bach mit der dreisten Aufgabe provoziert, aus dem Stand eine sechsstimmige Fuge aus einem fünftönigen Motiv zu spielen. Erst verärgert, wird er es später für sein vorletztes Werk "Das musikalische Opfer" verwenden - und es Friedrich widmen.
Glowna zeichnet ein menschliches Bild des Vaters Bach, der angesichts seiner Söhne, dem genialischen Lebemann Friedemann, dem Friedrichs so rebellische wie begabte Schwester Amalia verfällt, und dem überangepassten Carl Philipp Emmanuel, sein Scheitern als Vater schmerzlich spürt. Und sich dem tragischen Eigenbrötler Friedrich (Jürgen Vogel) annähert. Wie ein verwundetes Reh zieht der sich aus dem väterlichen Stadtschloss in die Einsamkeit Sanssouci zurück. Flieht vor der Erinnerung an den Vater, der seinen Geliebten Leutnant Katte ermorden ließ, in durchwachte Nächte - und irgendwann in den siebenjährigen Krieg. Doch für einen Moment findet er in Bach fast eine Vaterfigur - zumindest aber einen Partner für eine beschwingte barocke Jam-Session.
Mein Name ist Bach D/CH 2003, 99 Minuten, ab 12 Jahren, R: Dominique de Rivaz, D: Vadim Glowna, Jürgen Vogel, Anatole Taubman, Paul Herwig, täglich im Passage; Infos im Internet unter www.pegasosfilm.de



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