Dienstag, 14. Februar 2012, 20:42

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Kino

"In Hollywood interessiert sich niemand dafür, ob deine Eltern Stars sind"

Kate Hudson über Ehe, Eltern und Konkurrenz unter Schauspielern

ABENDBLATT: "Eine Affäre in Paris" entstand an Originalschauplätzen. Haben Sie Paris wirklich als Stadt der Liebe empfunden?

KATE HUDSON: Ich könnte mir gut vorstellen, dort zu leben. Es war so romantisch, vor allem weil mein Mann Chris mich begleitet hatte. Abends saßen wir oft an der Seine und aßen Brote, oder wir gingen aus und streunten durch die Bars der Stadt.

ABENDBLATT: Haben Sie sich schon immer nach Ruhm und Erfolg gesehnt?

HUDSON: Ich bin in erster Linie Schauspielerin, weil mir der Job Spaß macht. Der Glamour gehört nun mal dazu, aber er ist für mich nicht die Hauptsache. Ich begleitete meine Mutter (Goldie Hawn, die Red.) schon als kleines Mädchen gern zur Arbeit. Ich konnte stundenlang zusehen, wie der Kameramann das Licht setzt und der Regisseur seine Schauspieler anweist. Diese Faszination verleitete mich schließlich, selbst Schauspielerin zu werden.

ABENDBLATT: Mal ehrlich, ist Ihre Mutter manchmal nicht doch ein wenig neidisch, dass ihre Tochter inzwischen erfolgreicher ist als sie selbst?

HUDSON: Das kann ich mir nicht vorstellen. Sie ist stolz auf mich, unterstützt mich, wo sie nur kann. Auch als werdende Mutter bekomme ich jetzt viele Ratschläge von ihr. Ich wollte immer so werden wie meine Mutter.

ABENDBLATT: Warum haben Ihre Mutter und Ihr Stiefvater Kurt Russell nie geheiratet?

HUDSON: Das muss doch jeder für sich selbst entscheiden. Meine Mutter und mein Stiefvater sind seit mehr als 20 Jahren ohne Ring ein glückliches Paar. Ich wollte unbedingt heiraten, weil das für mich eine schöne Sache ist. Aber deshalb fühlen Chris und ich mich nicht gleich normaler als meine Eltern.

ABENDBLATT: Es heißt, Kinder berühmter Filmstars haben es einfacher, Rollen zu bekommen . . .

HUDSON: Das bezweifle ich! Wenn es um eine wichtige Rolle geht, interessiert sich in Hollywood niemand dafür, ob deine Eltern Stars sind. Es geht um viel zu viel Geld in diesem Geschäft, als dass Rollen einzig danach vergeben werden. Ich war in meinem Leben schon so oft beim Vorsprechen, und es nagt immer wieder am Selbstwertgefühl, wenn man abgelehnt wird.

ABENDBLATT: Sind Sie durch das Filmgeschäft kämpferischer geworden?

HUDSON: Sagen wir es mal so: Ich bin mir bewusst, dass man hart arbeiten muss, wenn man als Schauspielerin etwas werden will. Dennoch muss man vorsichtig sein, sich ein dickes Fell wachsen zu lassen. Schließlich muss man vor der Kamera immer wieder Gefühle zum Ausdruck bringen, was sehr viel Sensibilität erfordert.

ABENDBLATT: Ist der Konkurrenzkampf unter jungen Schauspielerinnen in Hollywood nicht sehr schonungslos?

HUDSON: Da mache ich nicht mit! Ich will mich von positiven Energien tragen lassen und genieße es jedes Mal, wenn am Set ein familiäres Verhältnis herrscht. Oft sagt man sich am Schluss, dass man in Verbindung bleiben will, woraus dann doch nichts wird, weil schon der nächste Film an einem ganz anderen Ort wartet. Aber mit Naomi Watts, die in "Eine Affäre in Paris" meine Schwester spielt, war das anders. Wir sind die besten Freundinnen geworden, telefonieren manchmal stundenlang, wenn wir uns nicht sehen können. Sie hat mir auch versprochen, als Babysitter einzuspringen, wenn mein Kind geboren ist.

ABENDBLATT: Womit haben Sie sich in Paris die Zeit vertrieben?

HUDSON: Shopping! Als wir in Paris drehten, haben wir massenweise Schokolade, Käse, Parfüms und Klamotten gekauft. Ich liebe es, gut gekleidet zu sein. Das war schon als Kind so. Als meine Mutter das erste Mal nach Paris fuhr, bat ich sie, mir unbedingt ein Kleidchen mitzubringen. Damals war ich fünf Jahre alt, und sie brachte mir eins in Pink mit. Ich war so stolz darauf und trug es so lange, bis es mir vom Leib fiel.

Interview: MARKUS TSCHIEDERT

 

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