Dienstag, 14. Februar 2012, 20:33

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Kino

Kalkulierte Schockeffekte - oberflächlich

Schwach: "Texas Chainsaw Massacre"

Alles fängt ganz harmlos an: Fünf Freunde sind im Sommer 1973 mit einem klapprigen VW-Bus auf dem Weg zu einem Rockkonzert. Die Fahrt über die staubigen Nebenstraßen von Texas verläuft eher unspektakulär, bis die Gruppe beinahe eine junge Frau über den Haufen fährt, die orientierungslos umherirrt. Eher widerwillig lässt sich die schwer Verängstigte von den jungen Leuten mitnehmen - nur um nach wenigen Minuten eine Pistole zu ziehen und sich eine Kugel ins Gehirn zu jagen. Auf der Suche nach Hilfe, nach einem Sheriff, der das Grauenhafte zu Protokoll nehmen und die Tote abtransportieren lassen könnte, gelangen die fünf in eine abgelegene Siedlung. Hier erleben sie zwischen eingelegten Leichenteilen, mit Haut bespannten Lampenschirmen und einem irren Kettensägen-Killer die schlimmsten (und letzten) Stunden ihres so jungen Lebens . . .

Bereits 1974 erzählte Tobe Hooper diese Geschichte in seinem Horrorklassiker "The Texas Chainsaw Massacre" (deutsch: "Blutgericht in Texas"). Damals ein visueller Schock, der Zensoren auf den Plan rief und den Zuschauern den Angstschweiß auf die Stirn trieb. Knapp 30 Jahre später hat Marcus Nispel sich nun an das Remake gemacht - mit traurigem Resultat. Während Hoopers Kettensägermassaker politische Sprengkraft besaß und eine entmenschte Gesellschaft zeigte, in der Irrsinn und niedere Triebe regieren - was von Kritikern als Kommentar des Vietnam-Kriegs interpretiert wurde -, setzt Nispel auf oberflächliche Schockeffekte. Sein Kino ist eines der (gruseligen) Unterhaltung, des gediegenen Ekels, gut ausgeleuchtet und "geschmackvoll" arrangiert. Kein Wunder, dass "Texas Chainsaw Massacre" in den USA ein Kassenknüller war.

In Interviews hat Nispel bekundet, sein Film sei eine Reaktion auf den Irak-Krieg, wie Hoopers Original eine Reaktion auf den Vietnam-Krieg gewesen sei. So gesehen wird dann doch wieder ein Schuh daraus: Auch die Bilder von der Wüstenfront waren ja nur Feierabend-kompatible Abbilder der Wirklichkeit.

  • Texas Chainsaw Massacre, USA 2003, 100 Minuten, ab 18 Jahren, R: Marcus Nispel, D: Jessica Biel, Jonathan Tucker, Mike Voidel, Eric Balfour, täglich im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, UCI Mundsburg, UCI Othmarschen-Park, UCI Smart City, UFA-Palast; Internet: www.tcm.film.de

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