Dienstag, 14. Februar 2012, 16:45

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Kino

Ein Besessener, der im Minutentakt malte

Die Dokumentation "Dieter Roth" nähert sich dem Künstler an

Alles, was ihm in die Hände fiel, wurde zur Kunst: Schokoladenköpfe, die er stapelte, das Gebell von Hunden, das er aufnahm, Abfälle, die er in Koffern aufbewahrte, Klarsichthüllen, in denen er Gefundenes einschweißte, riesige Installationen aus Holz und anderen Materialien - und Ordner voller Zeichnungen, die er im Minutentakt malte. Dieter Roth (1930-1998) war ein Universalkünstler, ein unaufhörlicher Macher, ein Besessener, den der Verfall, die Vergänglichkeit und die Spuren der Zeit interessierten.

Passend zur großen Dieter-Roth-Retrospektive, die derzeit in Köln zu sehen ist, ist die Schweizerin Edith Jud seinen Spuren gefolgt. Sie hat Archivmaterial zusammengestellt, Künstlerfreunde wie Richard Hamilton oder Hermann Nitsch besucht, seine Ex-Frau Sigridur Björnsdottir, seine Geliebte Dorothy Iannone und seine Wahlheimat Island, in die Dieter Roth sich immer wieder zurückzog. Dort traf sie auch seinen Sohn Björn, der jahrelang mit seinem Vater zusammenarbeitete und heute dessen Werk betreut. Er konnte "außergewöhnlich brillant und daneben unmöglich, hilflos und betrunken sein", sagt er über seinen Vater, den man aus vielerlei Perspektiven sieht. Seiner Kunst aber kommt man dabei nur wenig näher, deren Grundideen bleiben vage. Um ihnen auf die Spur zu kommen, muss man nach wie vor ins Museum gehen.

  • Dieter Roth Schweiz 2003, 118 Min., o. A., R: Edith Jud, Fr bis Mo im Abaton; Internet-Infos zu Dieter Roth:www.dieter-roth-museum.de

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