Bilder aus einer Region, die in der Sackgasse steckt
Die Dokumentation "Haschisch" erzählt vom harten Leben der Kleinbauern in einem Landstrich Marokkos
Mit einer Kiste beladen zieht ein Mann durch die kargen, marokkanischen Berge. Tagsüber verkauft er daraus Eis, abends Haschisch. Selbst gezogen, selbst geerntet, wie seit vielen Generationen in seiner und in anderen Familien in Ketama. 200 000 Kleinbauern der Region leben von der Haschisch-Produktion, denn keine Pflanze wächst in der Einöde so gut wie Cannabis.
Daniel Gräbner, Absolvent der Kunsthochschule für Medien in Köln, hat die Bauern bei der Arbeit beobachtet, beim Bündeln, Wiegen und Sieben, er lässt sich von ihnen erzählen, wie man beste Qualität erzielt, wie das Haschisch nach Europa gelangt - und lässt sie philosophieren. "Wenn du kiffst, gehst du mit dir selbst ins Gericht", sagt ein alter Mann und zieht an seiner Pfeife. "Wenn ich etwas rauche, geht alles wie von selbst", meint ein anderer. Namen fallen dabei nicht, das wäre zu gefährlich. Aber es fallen Worte der Resignation. Unbedingt etwas anderes will der Sohn eines der Bauern machen, eine Universität besuchen und ausbrechen aus dem Kreislauf aus Schufterei und Rausch. Ein anderer hat es einmal bis nach Istanbul geschafft, musste aber ausgeraubt und gedemütigt wieder zurückkehren und träumt jetzt von der Ehe mit einer deutschen Frau.
Ruhig zeichnet die Dokumentation das Porträt einer Region, die in der Sackgasse steckt. 1993 sollten dort mit EU-Entwicklungsgeldern Straßen gebaut, Strom gelegt und Bewässerungsseen ausgehoben und die Familien zu Obstbauern umgeschult werden. Doch die 1,9 Milliarden Euro haben den Landstrich nie erreicht.



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