Dienstag, 14. Februar 2012, 20:42

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Kino

"Wen interessiert, was Brendan Fraser anstellt? Mich nicht!"

Der Komiker Brendan Fraser über seine Rolle neben den Trickfiguren Bugs Bunny und Daffy Duck in "Looney Tunes - Back in Action"

ABENDBLATT: Bugs Bunny und Daffy Duck sind die eigentlichen Stars in diesem Film. Hatten Sie keine Angst, neben den Trickfiguren blass auszusehen?

BRENDAN FRASER: Nein, denn mir geht es nicht anders als anderen, wenn ich mir so einen Film ansehe: Ich will sehen, was die Figuren machen. Wen interessiert, was Brendan Fraser anstellt? Mich nicht! Für mich war es dennoch eine Ehre. Welcher Schauspieler kann schon vor sich behaupten, mit Bugs Bunny und Daffy Duck gespielt zu haben?

ABENDBLATT: Sind Sie ein Fan solcher Figuren?

FRASER: Und ob! Schon als kleiner Junge liebte ich die "Looney Tunes". Bugs Bunny ist mein absoluter Liebling, aber das muss unter uns bleiben, sonst wird Daffy eifersüchtig. In "Looney Tunes - Back in Action" sieht man ja, wie schnell er ausflippen kann, wenn er nur die zweite Geige spielt.

ABENDBLATT: Die Figuren wurden erst später am Computer ins Bild kopiert. Ist es nicht schwer, mit jemanden zu spielen, der noch gar nicht existiert?

FRASER: Überhaupt nicht! Schon in der Schule haben mir die Lehrer eine überschwengliche Vorstellungskraft bescheinigt und mich deshalb oft vor die Klassentür gestellt. Heute zahlt man mir dafür viel Geld. Solange ich daran glaube, dass neben mir gerade Bugs Bunny steht, glaubt auch der Zuschauer daran. Egal, ob ich nun gegen eine computeranimierte Mumie kämpfe oder mit einem Hasen scherze.

ABENDBLATT: Wie reagiert Ihr Sohn, wenn er den Papa neben Bugs Bunny erlebt?

FRASER: Er ist erst 15 Monate alt und hat "Looney Tunes - Back in Action" noch nicht gesehen. Ich werde damit auch noch eine Weile warten, weil der Film nichts für Kleinkinder ist. Ich kann mich noch an ein dreijähriges Mädchen auf der Premiere erinnern, die bereits nach 45 Minuten quengelte und ihrem Papa beschimpfte, dass sie nie wieder ins Kino will. Das soll mir mit meinem Sohn nicht passieren. Der soll sich die nächsten Jahre lieber die "Sesamstraße" im Fernsehen ansehen.

ABENDBLATT: Haben Sie manchmal genug davon, immer komisch sein zu müssen? Sie haben sich schon in ernsten Rollen bewiesen.

FRASER: Man muss nehmen, was kommt! Ich habe jetzt eine Frau und einen kleinen Sohn, die ernährt werden müssen. Ich liebe meinen Beruf und hatte das Glück, unterschiedliche Rollen zu spielen. Mit Komödien komme ich beim Publikum natürlich besser an. Wenn man damit Erfolg hat, darf man sich ab und zu einen Film gönnen, der tiefer geht.

ABENDBLATT: Haben Sie eine Erklärung dafür, warum so viele erfolgreiche Komiker wie Jim Carrey, Brendan Fraser und Mike Myers aus Kanada kommen?

FRASER: Das hat damit zu tun, dass wir den Amerikanern so nah sind. Der Unterschied ist nur, dass wir uns über die Fehler der Amerikaner lustig machen.

Interview: MARKUS TSCHIEDERT

 

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