Europäische Einigung perfekt praktiziert
Die Multikulti-Komödie Barcelona für ein Jahr mit Barnaby Metschurat macht gute Laune
Ein Jahr raus aus allem, in eine andere Stadt ziehen, neue Freunde finden - viele träumen davon, der französische Student Xavier (Roman Duris) macht es. Mit einem Austauschprogramm kommt er nach Barcelona und zieht in eine Sechs-Nationen-Wohngemeinschaft, nachdem er den vom Deutschen Tobias (Barnaby Metschurat) erdachten Eignungstest bestanden hat. Gar nicht lang, und Freundin Martine (Audrey Tautou) ist vergessen, schließlich hat die katalonische Hauptstadt auch viel zu bieten. Zum Beispiel die schüchterne Neurologen-Gattin Anne Sophie (Judith Godrèche). Es wird ein aufregendes Jahr für Xavier. Eines, in dem Karriereplanungen über den Haufen geworfen werden, in dem Partys und amouröse Verwicklungen wichtiger sind als ein optimaler Studienabschluss. Eines, in dem der eher zurückhaltende Franzose lernt, das alltägliche WG-Chaos zu genießen. Als Sinnbild des europäischen Einigungsprozesses hat Regisseur Cedric Klapisch diese Multikulti-Komödie beschrieben. Man spreche verschiedene Sprachen, habe unterschiedliche Gewohnheiten und müsse doch versuchen, auf einen Nenner zu kommen. Ein interessanter Vergleich, der gut zu dieser beschwingten Gute-Laune-Komödie passt. Ohne nationale Klischees (der ordentliche Deutsche, der lebenslustige Italiener etc.) zu strapazieren, erzählt "Barcelona für ein Jahr" von einer Europa-WG, in der zusammenwächst, was zusammengehört. Wer wollte dort nicht gern selbst einziehen? HOLGER TRUE



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