Löcher, so weit das Auge reicht
Das Geheimnis von Green ist eine skurrile Komödie, die an die Coen-Brüder erinnert
Eigentlich waren ihm die Schuhe nur von oben auf den Kopf gefallen. Doch nun sitzt der kleine Stanley Yelnats IV. (Shia LaBeouf) wegen angeblichen Turnschuhdiebstahls für 18 lange Monate in Camp Green Lake, einer Besserungsanstalt mitten in der Wüste. Einen grünen See, wie der Titel "Das Geheimnis von Green Lake" verspricht, gibt es hier nicht. Daran hatte schon zu Beginn ein eleganter Hubschrauberflug keinen Zweifel gelassen. Stattdessen Löcher, so weit das Auge reicht. Daneben aufgeschichtete Sandhaufen, die die flache und öde Landschaft wie Pickel masern. Unter den wachsamen Augen der Lagerchefin, "The Warden" (Sigourney Weaver) genannt, und ihrer Helfershelfer Mr. Sir (Jon Voight) und Mr. Pendanski (Tim Blake Nelson) haben die Jungs gebuddelt und gebuddelt. Warum? Das erzählt der Film in einer unterhaltsamen Rückblende, in der es um den vergrabenen Schatz der legendären Banditenkönigin Kissin' Kate Barlow (Patricia Arquette) geht. In einer zweiten Rückblende erfährt der Zuschauer vom Familienfluch der Yelnats, der vor vielen Generationen von einer verärgerten Wahrsagerin ausgesprochen wurde. Andrew Davis ("Auf der Flucht") hat nach Louis Sachars Bestseller "Löcher" eine skurrile, ungewöhnliche und absurde, darüber hinaus in allen Rollen hervorragend gespielte Komödie inszeniert. Manch Einfall könnte von den Coen-Brüdern stammen, so bizarr und fantasievoll geht es hier mitunter zu. MICHAEL RANZE



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