Ein Ringkampf der Gefühle
Die Komödie Ein (un)möglicher Härtefall von den Coen-Brüdern hat viel skurrilen Witz
Dass man in einem Film der Coen-Brüder sitzt, ist bereits in der ersten Szene klar, wenn TV-Produzent Donaly (Geoffrey Rush) mit Pferdeschwanz und im offenen Jaguar durch Beverly Hills kurvt und einen Song von Simon & Garfunkel summt. Die 60er-Jahre prallen auf den lässigen Schmier der 80er, irgendwo in Los Angeles 2003. Später werden die 30er dazukommen, die Zeit der Gentlemen und Femmes fatales, der akrobatischen Wortgefechte und eines Geschlechterkampfs, bei dem die Waffen ungeheuer weiblich sind. Die Coen-Brüder mischen Genre, Stile und Zeiten. Unübertroffen in der Entführungsfarce "Fargo", elegant in "The Man Who Wasn't There", kühn in "O Brother, Where Art Thou?", in dem sie auf die "Odyssee" von Homer zurückgriffen - und schreiend bunt in dieser Liebeskomödie, die auf die Screwball-Comedys zurückgeht. Beim Ringkampf der Gefühle dabei: die Hollywood-Schwergewichte Catherine Zeta-Jones und George Clooney. Als Anwalt Miles Massey kämpft er für die Scheidungsabfindungen der oberen Zehntausend - und gehört selbst dazu. Seinen Ehevertrag konnten sogar die Elite-Studenten in Havard nicht knacken, er weist jede Mitgiftjägerin in ihre Schranken. Ironie des Schicksals, dass der skrupellose Massey selber einer in die Falle zu gehen scheint. Und zwar der gewieftesten der Serien-Ehefrauen: der so kurvenreichen wie geheimnisvollen Marilyn (Catherine Zeta-Jones), gerade geschiedene Rexroth und frisch verlobte, zukünftige Gattin des Öl-Tycoons Doyle (Billy Bob Thornton). Ausgerechnet bei dem eiskalten Vamp schmilzt Masseys Hirn, sein Herz - und wie es aussieht, bald auch sein Vermögen. Das Verwirrspiel um jede Menge Geld und undurchsichtige Gefühle ist ein Ausstattungs-Event, angesiedelt irgendwo zwischen "Leoparden küsst man nicht" und "Liberace", und - wie in den Coen-Filmen zuvor - ein Sammelbecken für die skurrilsten Nebenfiguren. Asthmatische Killer und schmierige Detektive bevölkern die Szenerie. Doch ihr Star ist George Clooney. Selbstironisch kokettiert er mit seiner Unwiderstehlichkeit, ist lässig, charmant und elegant - und rettet die Geschichte, die am Ende allzu sehr zur "L'art pour l'art" wird, augenzwinkernd vor der Eintönigkeit. SABINE DANEK



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