Hommage an einen Musiker
Die Dokumentation African Blues erzählt das Leben des Sängers und Gitarristen Boubacar Traoré und die Geschichte Malis
Salif Keita, Ali Farka Toure, Oumou Sangare, Rokia Traore - die Liste mit bedeutenden Musikern aus Mali ließe sich fast endlos weiterführen, denn was das westafrikanische Land an musikalischer Quantität und Qualität zu bieten hat, ist einmalig. Dabei stand einer der ganz Großen jahrzehntelang im Abseits: Boubacar Traore, genannt KarKar. Der Sänger und Gitarrist war in den 60er-Jahren einer der großen Stars, ließ sich von amerikanischen Rock-'n'-Roll-Filmen inspirieren und sang das Loblied der malischen Unabhängigkeitsbewegung. Dann kam der überraschende Ausstieg. Nach dem Tod des Vater musste sich KarKar, verheiratet und zweifacher Vater, um Familienangelegenheiten kümmern, hatte keine Zeit mehr für seine Musik und verkaufte auf Wochenmärkten Billigtextilien. Später zog er nach Frankreich, arbeitete auf dem Bau, um seine Familie durchzubringen. Nur für die Kollegen griff er manchmal zur Gitarre und sang seine traurig-zärtlichen Lieder - bis ihn ein englischer Produzent vor etwa zehn Jahren entdeckte. Seitdem steht KarKar wieder regelmäßig im Studio, nimmt CDs auf und spielt auf der ganzen Welt. Mit seiner Dokumentation "African Blues" zeichnet Jacques Sarasin die wechselvolle Karriere des Boubacar Traore nach und gibt Einblicke in Geschichte und Alltag Malis. Ein einfühlsamer Film mit wunderbarer Musik, die es unter www.trigon-film.org auch auf CD gibt. HOLGER TRUE



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