Dienstag, 14. Februar 2012, 20:43

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Kino

In Knautschlack gegen das Böse

Daredevil ist solides Popcorn-Kino und ein Muss für Fans von Superhelden

Und das soll ein Superheld sein? Fällt halbtot durch ein Kirchendach, kann nicht richtig sehen, sondern nur Schemen erkennen, und versucht, sich mit letzter Kraft in Sicherheit zu schleppen. Nicht gerade das, was man von einem furchtlosen Kämpfer gegen das Böse erwartet. Und doch: Daredevil (Ben Affleck) steht in einer Linie mit Super-, und Spiderman. Weil er aus seiner Schwäche eine Stärke gewinnt - und weil er wie die anderen Helden ein Doppelleben führt. Tagesüber kämpft er als Anwalt vor Gericht, nach Einbruch der Dunkelheit im roten Knautschlack-Einteiler in den Straßenschluchten New Yorks für Gerechtigkeit. Normalerweise auf den knallbunten Seiten millionenfach verkaufter "Marvel"-Comics und jetzt auch auf der Leinwand. Dabei ist die von Regisseur Mark Steven Johnson mit viel Knall und Bumm inszenierte Geschichte wie in diesem Genre üblich kaum der Rede wert. Natürlich gibt es die üblichen finsteren Gestalten, denen dringend das miese Handwerk gelegt werden muss. Und ebenso selbstverständlich kommt eine Frau ins Spiel, die den Helden - in vielerlei Hinsicht - zu nehmen weiß. In diesem Fall heißt sie Elektra, will sinnigerweise ihren Vater rächen und wird gespielt von Jennifer Garner, die momenmtan wöchentlich in der Pro 7-Actionserie "Alias" zu bewundern ist. Nach einem kleinen Kampfkunst-Intermezzo zwischen Daredevil und ihr wissen beide, dass sie füreinander geschaffen sind. Dass der Mann in Rot sie nicht sehen kann, weil ihm als Kind bei einem Unfall die Augen verätzt wurden, stört da kaum. Schließlich sind all seine anderen Sinne so stark entwickelt, dass sie wie eine Art Radar funktionieren. In der schönsten, einer wahrlich poetischen Szene, bittet Daredevil Elektra, vor ihm stehen zu bleiben, als es plötzlich zu regnen beginnt. Durch den Aufprall der Tropfen auf ihrem Gesicht, kann er sich nämlich ein Bild von ihr machen. Der Rest ist dann eher konventionelle Actionware ohne besondere Ausschläge nach oben oder unten. Nicht so spektakulär wie Tim Burtons "Batman" (1989), nicht so selbstironisch wie Kinka Ushers "Mystery Men" (1999), aber immer noch ordentliches Popcorn-Kino. Und für Superhelden-Fans ohnehin ein Muss. Daredevil USA 2003, 102 Minuten, ab 12 Jahren, R: Mark Steven Johnson, D: Ben Affleck, Jennifer Garner, Colin Farrell, Michael Clarke Duncan, Jon Favreau, täglich im Autokino, Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Cinemaxx Wandsbek, Grindel (auch OF), Hansa-Studio, Mundsburg, UCI Othmarschen-Park, UCI Smart-City, UFA-Palast

 

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