Dienstag, 14. Februar 2012, 16:18

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Kino

Kästner modern da hängt die Messlatte hoch

Ganz neue Töne im Internat: Im Zeitalter von X-Box und Gameboy wird in Das fliegende Klassenzimmer sogar gerappt

70 Jahre nach der Erstauflage des Romans kommt eine Neuverfilmung von Erich Kästners "Fliegendem Klassenzimmer" in die Kinos, Sie zeigt, dass guten, universellen Stoffen auch der Zahn der Zeit nichts anhaben kann zumal, wenn eine zielgruppengerechte Modernisierung moderat ausfällt.

Regisseur Tomy Wigand ("Fußball ist unser Leben") hat die Handlung nach Leipzig verlegt, ins Internat des Thomaner-Chors. Hier trifft eines Abends Jonathan (Hauke Diekamp) ein, der in seinen bisher acht Schulen wenig Glück hatte. Bei den Thomanern fühlt er sich gleich wohl. Das liegt auch an Internatsleiter Justus (Ulrich Noethen). Er kümmert sich mit viel Herz um seine Schützlinge. Es folgen Geschichten vom ewig hungrigen Matz, vom schmächtigen Uli, vom skurrilen Direktor Kreuzkamm (Piet Klocke in einer Traumrolle), vom "Nichtraucher" und anderen. Veränderte Details (nicht etwa Klassenarbeiten, sondern Noten von anderen Schülern werden gestohlen) fallen kaum ins Gewicht, und natürlich ist die Sprache den heutigen Verhältnissen angepasst ohne betont jugendlich daherzukommen.

Der Hauptunterschied zum Buch und zur Kurt-Hoffmann-Verfilmung von 1954: Im Titel gebenden Theaterstück "Das fliegende Klassenzimmer" wird nicht lyrisch rezitiert, sondern gerappt für die Eltern- oder Großelterngeneration gewöhnungsbedürftig. Wenns dazu dient, die Geschichte über Freundschaft, Verantwortungsgefühl und Solidarität auch im Zeitalter von X-Box und Gameboy interessant zu machen, hat es sich gelohnt.

Das fliegende Klassenzimmer D 2002, 110 Min., o. A., R: Tomy Wigand, D: Hauke Diekamp, Ulrich Noethen, Piet Klocke, Sebastian Koch, täglich im Abaton, Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Cinemaxx Wandsbek, Hansa-Filmstudios, Kinopolis, Koralle, in den UCI-Kinowelten Othmarschen-Park und Smart-City, Zeise

 

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