Gnadenloser Kreuzzug
Drama In "Glaubensfrage" liefern sich Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman ein großartiges Schauspielduell
Foto: disney
"Doubt", Zweifel, heißt das Theaterstück, das John Patrick Shanley 2005 schrieb und nun für die Leinwand adaptierte. Shanley hat seine Geschichte in einer strengen katholischen Schule in der Bronx des Jahres 1964 angesiedelt, in einer Zeit der Umbrüche. Darum erscheint auch Sister Aloysius (Meryl Streep), Direktorin von St. Nicholas, wie ein Relikt längst vergangener Zeiten. Für sie gehören Strenge und Disziplin zur Erziehung der Schüler. Father Flynn ist da ganz anders. Zu den Schülern pflegt er ein freundschaftliches Verhältnis. Zum Katalysator der Ereignisse wird Sister James, eine sanfte Geschichtslehrerin. Sie glaubt, dass Father Flynn dem kleinen Donald zu viel Aufmerksamkeit schenkt, und teilt dies Sister Aloysius mit, die einen Kreuzzug gegen ihren Widersacher beginnt.
Was für ein Schauspielerduell: Meryl Streep nimmt noch einmal ihre Rolle aus "Der Teufel trägt Prada" auf: klug, kalt, herrisch, streng, selbstbewusst, aber auch verletzlich. Philip Seymour Hoffman hingegen überzeugt durch seine Mischung aus Wärme und Charisma.
Shanley findet für seinen Film visuelle Metaphern, die manchmal zu kräftig geraten sind. Die Unsicherheit der Figuren wird durch eine gekippte Kamera unterstrichen, zweimal geht bei wichtigen Gesprächen unter lautem Knall eine Glühbirne kaputt - wie ein Fingerzeig von oben. Kleine Schwächen, die dem Film etwas von seiner Glaubwürdigkeit nehmen.




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