Dokumentation
Was grenzenloses Mitgefühl bewirken kann
Die Doku "Buddha's Lost Children" erzählt von einem ehemaliger Thai-Boxer, der sich um sich selbst überlassene Kinder im Goldenen Dreieck kümmert.
Foto: Mark Verkerk
Das Goldene Dreieck zwischen Laos, Thailand und Myanmar ist eine Hochburg der Drogenhändler, voll verwaister und in bitterer Armut lebender Kinder, die oft sich selbst überlassen bleiben. Für ein wenig Licht am Horizont sorgt hier Phra Khru Ba Neua Chai, der einst ein erfolgreicher Thaiboxer war und zum buddhistischen Mönch wurde. Unermüdlich reist er durch das Grenzgebiet und nimmt die Kinder zu sich, die sonst niemanden haben oder deren Eltern aus verschiedenen Gründen (Drogensucht, Arbeitslosigkeit, Krankheit) nicht für die Kleinen sorgen können. „Ich möchte, dass sie verstehen, dass man auch aus den schlimmsten Situationen das Beste machen muss“, sagt der bis zum Hals tätowierte Mönch, der seinen Schülern nicht nur buddhistische Rituale und Tierpflege, sondern auch die Kunst des Thaiboxens beibringt.
Der niederländische Regisseur Mark Verkerk hat Khru Bah besucht und porträtiert seine Arbeit in der preisgekrönten Dokumentation „Buddha’s Lost Children“. Dabei verbreitet Verkerk keine Friede-Freude-Eierkuchen-Seligkeit, sondern zeigt auch Kontroverses etwa wenn ein offenbar durch frühere Erlebnisse traumatisiertes Kind kompromisslos angehalten wird, sich in den Klosteralltag zu integrieren oder wenn der Mönch eine Attacke bewaffneter Dorfbewohner mit einem gezielten Kniestoß beantwortet.
Insgesamt eine imponierende Fallstudie, die zeigt, was grenzenloses Mitgefühl auch in schwierigsten Situationen zu bewirken vermag.
Buddha’s Lost Children Niederlande 2008, 93 Minuten, ab 6 Jahren, R: Mark Verkerk, Sa/So im Abaton, täglich außer Sa im Koralle; www.buddhaslostchildren.com
Bewertung: sehenswert




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