Sonnabend, 26. Mai 2012, 03:31

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Kino

Michael Thurmeier, Koregisseur von "Ice Age 3"

Detailverliebt bis ins letzte animierte Haar

90 Millionen Dollar hat der Eiszeit-Spaß "Ice Age 3" gekostet. Ein Aufwand, der sich rechnet: Allein am Starttag sahen den Animationsfilm in den USA 14 Millionen Zuschauer. Koregisseur Michael Thurmeier erzählt, wie das Genre Trickfilm immer aufwendiger betrieben wird.

Faultier Sid mit seinen Freunden: Die Patchwork-Familie der "Ice Age"-Charaktere wächst beständig – oft ohne Rücksicht auf biologische Wahrscheinlichkeiten.
Foto: AP

„650 Millionen Dollar sind ein Argument, dem man sich nur schwer entziehen kann“, sagt Michael Thurmeier. So viel Geld hatte allein der zweite Teile von „Ice Age“ weltweit eingespielt. Jetzt ist in den Kinos die dritte Eiszeit ausgebrochen. Der Kanadier ist Koregisseur des animierten Spektakels, das er zusammen mit seinem Kollegen Carlos Saldanha inszeniert hat.

Bis zu 350 Menschen haben fast drei Jahre lang an „Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los“ gearbeitet. 90 Millionen Dollar hat der Film gekostet, für den es ein Motto gab: „Wir wollten, dass er größer als der vorherige wird“, sagt Thurmeier. Dazu erweiterten sie das Ensemble. Zum chaotischen Faultier Sid, dem melancholischen Mammut Manni, dem raffinierten Säbelzahntiger Diego und den anderen kommt ein Mammut-Baby dazu. Außerdem findet das ewig auf vergeblicher Nussjagd befindliche Säbelzahneichhörnchen Scrat eine langwimperige Gefährtin und das einäugige Wiesel Buck taucht zum ersten Mal auf.

Die Patchwork-Familie der „Ice Age“-Charaktere wächst beständig – oft ohne Rücksicht auf biologische Wahrscheinlichkeiten. Dass hier ein Faultier und ein Tiger befreundet sind, macht gerade einen Reiz der Geschichte aus. „Sie gehören eigentlich nicht zusammen, funktionieren aber als Familie. Es ist schön, das voranzutreiben“, sagt der Regisseur. In diesem Film entdecken sie unter ihrer eigenen Welt eine riesige Höhlenlandschaft, in der noch Dinosaurier leben. Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ lässt grüßen.

Der Animationsfilm hat in den vergangenen Jahren viele technische Fortschritte gemacht. Die Rechnerleistungen sind mittlerweile so groß, dass sich in CGI-Filmen fast schon fotorealistische Bilder erzeugen lassen. Man meint, einzelne Haare aus dem Fell der Tiere herausziehen zu können. Aber nicht nur im Detail ist jetzt vieles möglich, was noch zu Zeiten des ersten computeranimierten Trickfilms „Toy Story“ (1995) unmöglich schien.

In „Ice Age 3“ gibt es einen Panorama-Shot der unterirdischen Welt. Man sieht die riesige Höhle mit Millionen von Bäumen und Büschen, Dinosaurier-Herden und Wasserfällen. „Das war sehr aufwendig und sehr teuer. Wir haben Monate gebraucht, bis wir alle Elemente für diese Szenen koordiniert hatten“, sagt Thurmeier.

Die erfolgreichen Filme der vergangenen Jahre teilen sich fast ausnahmslos drei US-Firmen: Pixar („Wall-E“), Dreamworks („Shrek“) und eben Blue Sky. Thurmeier arbeitet für dieses Studio, das neben „Ice Age“ auch „Horton hört ein Hu“ in die Kinos brachte. Bei den Kreativen, so der Trickfilmer, überwiege in diesem Geschäft die Kollegialität vor dem Konkurrenzdruck.

Nicht Disney, sondern Bugs Bunny hat den Kandier als kleinen Jungen für den Trickfilm begeistert. Seine Pläne Jura zu studieren, hängte er bald an den Nagel. Sein Großvater, ein Maler, unterstützte ihn, als er sich stattdessen an der Kunstschule in Toronto einschrieb. Kürzlich kam er als erfolgreicher Filmemacher nach Hamburg, um mit Studenten der Hamburg Animation School zu diskutieren und den Hamburg Animation Award zu verleihen. Die Stimmung war sehr gut und in keiner Weise frostig.

Apropos: Ob es einen vierten Teil von „Ice Age“ geben wird? „Sie meinen, noch eine andere Welt unter der der Dinosaurier?“, fragt Thurmeier lachend. Tatsächlich blühen im Internet schon die Vorschläge. Gehen Sid, Manni und Diego nach New York? Reine Spekulation, meint der Regisseur. Immerhin glaubt er: „Man könnte noch lustige Sachen mit ihnen machen.“ Aber letztlich bleiben die Zuschauer die Könige der Eiszeit. Nur sie können den Filmemachern Argumente liefern, denen sie sich auch für einen möglichen vierten Teil nicht entziehen könnten. Am Starttag sahen den Film in den USA 14 Millionen Zuschauer.

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus