Das Comeback des Ray Davies
Ex-Kinks-Boss spielt am 26. April sein einziges Deutschland-Konzert
Eine Story wie ein schlechter Krimi: Im Januar 2004 reiste Raymond Douglas Davies nach New Orleans und wurde prompt von einem Straßenräuber angeschossen. Natürlich wußte der Gangster nicht, wen er da vor sich hatte. Woher auch, der einstige Boss der britischen Rockinstitution The Kinks hatte sich zuletzt rar gemacht. Und in den USA kennt heute kaum ein Musikfan unter 25 noch The Kinks.
Dabei war gerade Amerika das Land der neuen Hoffnungen für den heute 61jährigen Engländer. Mit seinen Landsleuten war Ray Davies längst fertig. Jahrelang hatte er über Mr. Jones und Mr. Smith geschrieben, ihre dunklen bürgerlichen Geheimnisse besungen. "Vielleicht sind mir in England die Figuren ausgegangen", meint der als "Godfather of Britpop" gefeierte Oldie. "Vielleicht war es Zeit, sich auf Amerika zu konzentrieren."
Auf seiner ersten Solotour durch die USA war ihm diese Erkenntnis gekommen. Der Trip begann elf Tage nach den Anschlägen vom 11.9. 2001. Fliegen war unmöglich, also reiste Davies mit dem Tourbus. Und studierte die Amis - wie gehabt in der Rolle als zynischer und doch mitfühlender Beobachter. Die Songs erzählen von Touristen und dem Nachbarn um die Ecke, aber auch viel von Mr. Davies. Die Tour endete in New Orleans. Der Ort, an dem er nach einer längeren Blockade neue Songs zu schreiben begann.
Der Schuß ins Bein fiel zum Glück erst, als die neue CD "Other Peoples Lives" fertig war.
Ray Davies Mi 26.4., 20.00, Laeiszhalle (U Gänsemarkt), Johannes-Brahms-Pl., Karten ab 16,-




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