Wahrhaftiges ausdrücken
Neun Fragen an Kathrin Lemme
Zwei oder drei Filme, die dir besonders wichtig sind - und warum?
"Stranger Than Paradise", weil mein damaliger Freund aussah, wie John Lurie. "Jenseits der Stille", weil es meine erste Wahrnehmung unabhängiger deutscher Produzenten war. "Shining", weil ich nicht wüsste, was passieren müsste, damit ich ihn mir heute noch einmal angucke.
Schönstes Filmfestival?
In Dhaka, Bangladesch: Nach der "Eisenfresser"-Vorführung sind die Werftarbeiter - unsere 22 Protagonisten - auf die Bühne gekommen, und das Publikum hat ihnen stehend applaudiert. Dabei zu sein, wenn die sonst so rechtlosen Arbeiter den Respekt bekommen, der ihnen gebührt - das war für mich ein großer und sehr bewegender Moment.
Spiel- oder Dokumentarfilm?
Mir geht es immer darum, etwas Wahrhaftiges über das Leben auszudrücken, da ist es zweitrangig, ob es sich um einen Spiel- oder Dokumentarfilm handelt. Oft fällt es Dokumentarfilmen leichter, Klischees zu vermeiden.
Dich nervt?
Die Oberfläche.
Dich erfreut?
Arbeit, die etwas bewirkt.
Die besten Kinos der Stadt?
Ich gehe gern ins Abaton, ins Passage und ins Studio-Kino. Während meines Studiums hatte ich eine Dauerfreikarte fürs Zeise-Kino, das war natürlich großartig.
Was liest du gerade?
"Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat" von Pierre Bayard. Klingt profan, ist aber ein Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte.
HSV oder St. Pauli?
FC St. Pauli von 1910... und was war noch mal das andere?
Fußball-EM oder lieber andere hysterische Massenveranstaltungen?
Wenn Masse, dann Fußball.
Kathrin Lemme (40) ist Filmproduzenten in Hamburg. Ihre mehrfach preisgekrönte Dokumentation "Eisenfresser" über das harte Leben der Werftarbeiter in Bangladesch von Regisseur Shaheen Dill-Riaz kommt in dieser Woche in die Kinos.




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