Junger Riesling mit jungem Gesicht
Ein englischer Name für die deutsche Königsrebe! Und dann noch ein Etikett, das sich vielleicht in einem American Diner gut machen würde - aber doch nicht auf einer gepflegten Flasche Moselwein! Man kann die Entrüstung konservativer Konsumenten schon erahnen - aber auch für die Jungs vom Gut Bossa Nova (portugiesisch für neue Welle) gilt: "No risk - no fun!" Also nennen sie ihre peppig verpackten Rieslinge eben "Mother's Finest", "Lovely Day" oder "Sundance". Und lassen damit die etwas andere Vita erkennen: Zwar hat Peter Strotkötter (27) den Beruf des Winzers ganz solide erlernt, sein Bruder Axel (29) aber war Berater in einer Hamburger PR- und Werbeagentur, bevor er sich vor ein paar Jahren entschloss, sich alles Wissen über die Materie anzueignen und das weitere Leben mit seinem Bruder und dem Wein zu verbringen. Das Duo übernahm Berge im mittelrheinischen Leutesdorf und später weitere in Lehmen an der Mosel.
Von dort kommt der "Sundance", gewachsen auf Schiefer an 30 Jahre alten Reben der sonnenverwöhnten Lage Lehmener Lay, und jetzt als 2006er zu haben. Mit verhältnismäßig wenig Alkohol (11,5%), feinen Fruchtaromen und sanfter Säure macht er sommerlichen Spaß und schmeckt (gern nicht kälter als 10 bis 12 Grad) hervorragend zu Fisch, Meeresfrüchten und Salaten. Übrigens: Inzwischen hat sich auch meine Frau an das pfiffige Etikett gewöhnt.
>> 2006 Sundance Riesling QbA trocken von Bossa Nova, 8,90, Bestellung: T. 02361/34 49 16; www.bossa-nova-weingut.de



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