Neuer Kapellmeister

Gewandhaus Leipzig feiert 275. Geburtstag

Der zukünftige Gewandhauskomponist Jörg Widmann (v.l.), der designierte Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons und Gewandhausdirektor Andreas Schulz in Leipzig.

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Der zukünftige Gewandhauskomponist Jörg Widmann (v.l.), der designierte Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons und Gewandhausdirektor Andreas Schulz in Leipzig.

Vor 275 Jahren gründeten Leipziger Tuchmacher das Gewandhausorchester. Das Jubiläum soll mit einem neuen Kapellmeister gefeiert werden.

Leipzig. Die Amtseinführung des neuen Kapellmeisters Andris Nelsons und der 275. Geburtstag des Leipziger Gewandhauses prägen dessen Konzertsaison 2017/2018. Er freue sich sehr darauf, mit dem Orchester zusammenzuarbeiten, sagte Nelsons am Montag in Leipzig bei der Vorstellung des Programmes. "Ich will auf Traditionen aufbauen und Impulse für Neues geben", so der 38 Jahre alte Lette.

Nelsons tritt die Nachfolge von Riccardo Chailly an, der seinen Vertrag kurzfristig in der Saison 2015/16 beendet hatte. Nelsons, dessen Vertrag bis zum Jahr 2022 läuft, hat bereits vor seinem Amtsantritt mehrere Konzerte in Leipzig gegeben.

Dem Amtsantritt Nelsons sind vier Wochen gewidmet, in denen er fünf Konzerte gibt, so Gewandhausdirektor Andreas Schulz. Sie beinhalteten das klassische Gewandhausrepertoire mit zeitgenössischen Uraufführungen, unter anderem mit Werken von Steffen Schleiermacher und Jörg Widmann. Mit ihm sei erstmals ein Gewandhauskomponist berufen worden.

Höhepunkt der Festwochen werde das Jubiläumskonzert am 11. März sein, so Schulz. An diesem Tag vor 275 Jahren war das Gewandhausorchester gegründet worden. Außerdem seien Gastspiele der Wiener- und Berliner Philharmoniker geplant.

Für das Frühjahr 2018 stelle sich Nelsons erstmals als Kapellmeister mit dem Orchester in großen europäischen Musikzentren vor, so Schulz. Geplant seien unter anderem Auftritte in Amsterdam, Madrid, Paris und Wien.

Ins Leben gerufen werde eine Kooperation mit dem Boston Symphony Orchestra, so Schulz. Beide Klangkörper verbinde ein Teil ihrer Geschichte im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. So werden gemeinsame Kompositionsaufträge vergeben und eine Leipzig- beziehungsweise Bostonwoche im jeweils anderen Konzerthaus veranstaltet.