29.05.12

Umstrittener Autor

"Europa braucht den Euro nicht": Sarrazin toppt sich selbst

Mit dem Nachfolger auf sein umstrittenes Erstwerk "Deutschland schafft sich ab" ist Thilo Sarrazin von null auf eins in die Charts eingestiegen.

Foto: dapd/DAPD
"Europa braucht den Euro nicht": Das neue Werk von Thilo Sarrazin
"Europa braucht den Euro nicht": Das neue Werk von Thilo Sarrazin

Baden-Baden. Thilo Sarrazins neues Buch "Europa braucht den Euro nicht" hat aus dem Stand Platz eins der Sachbuch-Charts erreicht. Das jüngste Werk des ehemaligen Berliner Finanzsenators erzielte in der ersten Verkaufswoche sogar einen um fast 80 Prozent höheren Absatz als das 2010 erschienene Vorgängerbuch "Deutschland schafft sich ab" im gleichen Zeitraum, wie Media Control am Dienstag in Baden-Baden mitteilte.

Ebenfalls neu in der Rangliste ist "Schnelles Denken, langsames Denken" von Nobelpreisträger Daniel Kahnemann, das Platz zwei belegt. Vorwochensieger Philippe Pozzo di Borgo fiel mit seiner Autobiografie "Ziemlich beste Freunde" auf den dritten Platz zurück. (dapd/abendblatt.de)

Zehn provokante Zitate von Sarrazin
Berlins früherer SPD-Finanzsenator und Ex-Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin hat bereits mehrfach mit Äußerungen provoziert. Eine Auswahl aus der Vergangenheit:
Februar 2002 über Berliner Beamte: "Die Beamten laufen bleich und übelriechend herum, weil die Arbeitsbelastung so hoch ist."
November 2002 zur Debatte über höhere Kita-Gebühren: "Es wird ja so getan, als ob der Senat die Kinder ins Konzentrationslager schicken wollte."
März 2002 zum Berliner Stadtbild: "Nirgendwo schlurfen so viele Menschen in Trainingsanzügen durch die Straßen wie in Berlin."
Februar 2008 zum Thema Schwarzarbeit: "Ehe jetzt einer im 20. Stock sitzt und den ganzen Tag nur fernsieht, bin ich schon fast erleichtert, wenn er ein bisschen schwarz arbeitet."
Februar 2008 zu seinem Speiseplan für "Hartz IV"-Empfänger: Für 4,25 Euro könne man sich "vollständig, gesund und wertstoffreich ernähren". Auf Kritik konterte er: "Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von 'Hartz IV'-Empfängern das Untergewicht."
Juni 2008 zur Mindestlohn-Debatte: "Für fünf Euro würde ich jederzeit arbeiten gehen. Das wären 40 Euro pro Tag."
September 2009 in der Zeitschrift "Lettre International": "Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert."
März 2010 in der "Süddeutschen Zeitung": "Kalt duschen ist doch eh viel gesünder. Ein Warmduscher ist noch nie weit gekommen im Leben."
Juni 2010 über Zuwanderer: "Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer."
August 2010 in der "Welt am Sonntag": "Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden." (dapd)
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