"Vorbild der Unbeugsamkeit"

Kämpfer für große Ideen: Wladyslaw Bartoszewski

Polens früherer Außenminister Wladyslaw Bartoszewski.

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Polens früherer Außenminister Wladyslaw Bartoszewski.

Wer war das? Die Publizistin Bettina Schaefer gibt als Herausgeberin von Aufsätzen und Anekdoten Antworten.

Berlin. Alt-Kanzler Helmut Kohl würdigte ihn als einflussreiche Stimme Polens und Europas: Der frühere polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski (1922-2015) gehörte zu den Menschen, die im 20. Jahrhundert Schlimmes erlitten, aber auch Großes geleistet haben.

Daran erinnert die für ihre biografischen Arbeiten mehrfach ausgezeichnete Publizistin Bettina Schaefer in einer Sammlung von Aufsätzen und Anekdoten. So berichtet der "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo von einer ungewöhnlichen Begegnung der beiden in seinen Studientagen. Der langjährige Europapolitiker Hans-Gert Pöttering beschreibt Bartoszewski, der in der Nazi-Zeit in Auschwitz gefangen war, als "Vorbild der Unbeugsamkeit". Er habe für seine Prinzipien von Versöhnung und Menschlichkeit mutig gestritten.

Und, wie andere Zeitzeugen betonen, gegen rechtsnationalistische Tendenzen gekämpft - womit er durchaus als Vorbild in aktuell unruhigen Zeiten dienen kann.

- Bettina Schaefer (Hrsg.): Für die Freiheit kämpfen - selbstbestimmt leben. Erinnerungen an Wladyslaw Bartoszewski. Edition Latimeria, Jetztzeit Verlag, Hamburg, 123 Seiten, 15 Euro, ISBN 978-3-9814389-8-7

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