Literatur

Comic-Ausstellung erinnert an Ersten Weltkrieg

"Der Erste Weltkrieg - Die Schlacht an der Somme" von Joe Sacco, erschienen 2014 in der Edition Moderne, Zürich.

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"Der Erste Weltkrieg - Die Schlacht an der Somme" von Joe Sacco, erschienen 2014 in der Edition Moderne, Zürich.

Hunderttausende sterben in den Schlachten im Weltkriegsjahr 1916. Hundert Jahre später versuchen Künstler, das Grauen zu fassen - in Comics.

Schwarzenbach an der Saale. Ein Jahrhundert ist vergangen seit der Schlacht an der Somme im Ersten Weltkrieg - jetzt erinnert eine Comic-Ausstellung an das Grauen im Grabenkrieg.

Das Museum für Comic und Sprachkunst in Schwarzenbach an der Saale in Bayern zeigt Werke aus Deutschland, Frankreich und den USA, in der Ausstellung "1916-2016 - Grabenkrieg im Comic", die am Freitag im Erika-Fuchs-Haus eröffnet wird. In den Schlachten von Verdun und an der Somme im Jahr 1916 starben Hunderttausende.

Die Ausstellung soll erinnern an die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts", wie der Erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 oft genannt wird, sagt Alexandra Hentschel, die Leiterin des Hauses. "Zum Jahrestag denkt man an Dinge, an die man sonst nicht denkt."

Der Amerikaner Joe Sacco zeichnet in einem meterlangen Leporello minuziös den ersten Tag der Schlacht an der Somme nach. Zwölf Meter misst die Wandtapete, die im Comic-Museum ausgestellt wird. Von den Erlebnissen eines Militärarztes, der Realität an der Front, aber auch vom Agieren von Strategen im Hintergrund erzählen die Franzosen Alain Mounier, Patrice Ordas und Patrick Cothias. Bücher und eine Skulptur von Jacques Tardi aus Frankreich zeigen Erfahrungen der einfachen Soldaten im Krieg. Peter Eickmeyer und seine Frau Gaby von Borstel haben Erich Maria Remarques Roman "Im Westen nichts Neues" grafisch und textlich adaptiert auch aus diesem Werk werden 15 Bilder als Faksimiles ausgestellt.

Trotz großer stilistischer und künstlerischer Unterschiede zeigten die Werke deutliche Parallelen, erklärt Hentschel. Im Mittelpunkt stünden die täglichen Erfahrungen der Soldaten, die Brutalität des Tötens und Sterbens in den Gräben und die Menschenverachtung der Kriegsstrategie der Materialschlachten.

Das Museum in Schwarzenbach ist der Übersetzerin Erika Fuchs (1906-2005) gewidmet. Sie war die erste Chefredakteurin der deutschsprachigen "Micky Maus"-Hefte. Sie lebte 50 Jahre in Oberfranken und prägte einfallsreich die Sprache der deutschen Ausgaben.