Ein weiterer Schlag für den Medienstandort Hamburg
"Spiegel" schließt Ressort "Deutsche Politik"
Einst wurde im "Spiegel"-Ressort "Deutsche Politik", kurz D1 genannt, im Nachgang zur Barschel-Affäre die Kieler Schubladenaffäre recherchiert. Auch an der Enthüllung der Parteispendenaffäre waren D1-Redakteure beteiligt. Doch bald ist das Ressort Geschichte...
Hamburg. Einst wurde im "Spiegel"-Ressort "Deutsche Politik", kurz D1 genannt, im Nachgang zur Barschel-Affäre die Kieler Schubladenaffäre recherchiert. Auch an der Enthüllung der Parteispendenaffäre waren D1-Redakteure beteiligt. Doch bald ist das Ressort Geschichte: Am Mittwoch verkündete Chefredakteur Georg Mascolo in der 10-Uhr-Konferenz seinen Ressortleitern, dass es zum 1. Juni geschlossen wird. Es sei "effektiver", politische Geschichten dort zu bearbeiten, wo sie entstehen - nämlich in Berlin, im Hauptstadtbüro des Nachrichtenmagazins.
Für den Medienstandort Hamburg ist diese Entscheidung nach dem Umzug von "Bild" und "Bild am Sonntag" an die Spree und der geplanten Verlagerung der dpa-Redaktion in die Hauptstadt ein weiterer Nackenschlag, wenn auch ein vergleichsweise kleiner: Von der Ressortschließung sind nur zehn Redakteure betroffen. Ihnen wird freigestellt, entweder in das in Hamburg angesiedelte Ressort Deutschland (D2) oder ins Hauptstadtbüro zu wechseln. Entlassen wird niemand.
Der Ressortschließung haben die Gesellschafter Mitarbeiter KG, Gruner + Jahr sowie die Erben von "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein zugestimmt. Von ihr profitiert vor allem Dirk Kurbjuweit, Leiter des Hauptstadtbüros. Was aus dem bisherigen D1-Ressortleiter Hans-Ulrich Stoldt wird, ist unklar. Seine Stellvertreterin Rafaela von Bredow soll in das D2-Ressort wechseln.















