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Kultur & Live

Neil Young: "Fork in the Road"

Der Umweltschützer

Statt seine Archive aufzuräumen, kommt der Kanadier mit einer Rockplatte, die sich dem Auto und dem Autofahren widmet.


Foto: Warner

Eigentlich wollte Neil Young seine Archive sichten und schon Anfang des Jahres eine große Edition mit bisher unveröffentlichten Liveaufnahmen und Studiosessions in einer großen Box herausbringen. Doch ein anderes Projekt erschien dem auf einer Farm in Kalifornien lebenden Kanadier wichtiger. Zusammen mit ein paar Tüftlern baut er einen alten Lincoln Continental, Baujahr 1959, zu einem umweltschonenden Vehikel um. Die 2,5 Tonnen schwere Spritschleuder (geschätzter Verbrauch 30 Liter auf 100 Kilometern) soll in Zukunft nur noch 4 Liter Biodiesel verbrauchen. Im Internet unter www.lincvolt.com kann man sich darüber informieren, wie weit der Umbau bisher gediehen ist.

Parallel zu den ambitionierten Schraubereien an seinem Straßenkreuzer hat Young das Album "Fork In The Road" aufgenommen, das sich mit dem Mythos Auto beschäftigt und all dem, was Amerikaner damit verbinden: Freiheit, Weite, Aufbruch, Status. Dazu lässt er seine E-Gitarre wieder ordentlich laut krachen, einige der Songs klingen mit ihren Boogies, als würde Neil Young den Texas-Rockern von ZZ Top Konkurrenz machen wollen. "Running low on the people’s fuel" singt Neil Young und markiert damit ein Umdenken gegenüber der Haltung vieler Amerikaner, die mit ihren 300 PS-starken Pritschenwagen zum Einkaufen fahren. Der erste Song auf "Fork In The Road" heißt "When Worlds Collide": In diesen zwei aufeinanderprallenden Welten hat der 63 Jahre alte Young sich auf die Seite der Umweltaktivisten und Neuerer gestellt, also dieses neue Amerika, für das auch Präsident Barack Obama steht.

Kleinwagen kommen in Neil Youngs Welt jedoch nicht vor. Umweltschutz muss auch ohne Abschaffung von Straßenkreuzern gehen. Aber es reicht ja, wenn man mit ihnen mit maximal 100 Stundenkilometern durch Nordamerikas Landschaft gondelt.

Neil Young: Fork In The Road (Warner)

Bewertung: hörenswertoeh

 

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