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Kultur & Live

Deichtorhallen-Chef Fleck geht nach Bonn

Robert Fleck, seit Anfang 2004 Direktor der Hamburger Deichtorhallen, wechselt Anfang Januar 2008 nach Bonn, wo er Intendant der Bundeskunsthalle...

Hamburg. Robert Fleck, seit Anfang 2004 Direktor der Hamburger Deichtorhallen, wechselt Anfang Januar 2008 nach Bonn, wo er Intendant der Bundeskunsthalle wird. Das Aufsichtsgremium der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland hat den österreichischen Kunsthistoriker gestern einstimmig in dieses Amt gewählt. Fleck wollte seinen Hamburger Vertrag, der zum Jahresende ausläuft, nicht verlängern. Zwischenzeitlich war er auch als möglicher Chef der "Art Cologne" gehandelt worden.

"Senatorin Karin von Welck war frühzeitig über Herrn Flecks Pläne informiert, daher konnten wir die Ausschreibung bereits vorbereiten. Allerdings mussten wir die formale Entscheidung der Bundeskunsthalle abwarten", sagte Behördensprecherin Susanne Frischling dem Abendblatt. Bereits am 15. Dezember wird die Ausschreibung dem Aufsichtsrat vorgelegt, der sich auch mit einer Übergangslösung befassen soll.

Fleck, der 1957 in Wien geboren wurde und in Wien und New York studierte, arbeitete zunächst als Kunstkritiker und als Mitarbeiter von Wiener Avantgarde-Galerien. Er unterhielt enge Beziehungen zu dem umstrittenen Wiener Aktionskünstler Otto Mühl, dem er sein Buch "Die Geschichte der Mühl-Kommune" widmete.

In Hamburg, wo er mit F. C. Gundlach, dem Gründungsdirektor des Hauses der Photographie, zusammenarbeitete, konnte Fleck die Besucherzahlen stetig steigern. Mit großen Ausstellungen wie "Corpus Christi", ,,Arnulf Rainer/Dieter Roth", "Peter Fischli & David Weiss", den "Russenbildern" von Georg Baselitz und zuletzt der großen Stephan-Balkenhol-Retrospektive festigte die Hamburger Ausstellungshalle auch überregional ihren guten Ruf.

In Bonn tritt Fleck ein schwieriges Erbe an: Er wird Nachfolger des vor einem Jahr gekündigten Ausstellungsmachers Wenzel Jacob, dem der Bundesrechnungshof "wirtschaftliche Fehler und Versäumnisse im Umgang mit Bundesmitteln" vorgeworfen hatte.

Der Rechtsstreit zwischen Jacob und der Bundeskunsthalle dauert noch an.M.G.

 

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