Der kanadische Sänger und Poet nahm die 8000 Zuschauer in der Color-Line-Arena mit auf eine Reise durch sein 40 Jahre lang gewachsenes Songbook.

Hamburg. Jahrelang ist Leonard Cohen nicht mehr auf Tournee gewesen. Nun musste der 74 Jahre alte Kanadier seinen Alterssitz in Montreal doch noch mal verlassen. Angeblich des Geldes wegen, weil eine ehemalige Managerin Millionen an Tantiemen veruntreut haben soll. Allerdings hat man nach Cohens Auftritt in der mit 8000 Zuschauern gefüllten Color-Line-Arena nicht den Eindruck, dass es dem Poeten, Sänger und Frauenverehrer nur um das schnelle Geld geht. Sein dreistündiger Auftritt ist eine dramaturgisch genau entworfene Reise durch ein in 40 Jahren stetig gewachsenes Songbook, angefangen von dem Klassiker "Suzanne" über "Bird On The Wire" und "Avalanche" bis hin zu Nummern aus dem 2001 erschienenen Album "Ten New Songs".

Mit Hut und Anzug steht Cohen hinter dem Mikro und singt von der Lust auf die Liebe und vom Abschiednehmen, aber er hat auch einige seiner politischen Songs wie "The Future" und "Democracy" in sein Programm eingebaut. Begleitet wird Cohen von einer sechsköpfigen Band und drei hervorragenden Sängerinnen. Der Abend ist perfekt und sowohl was die Dauer als auch die Qualität angeht, sicher mehr, als viele der Fans erwartet hatten. Vielleicht war die laufende Tournee doch noch nicht die letzte dieses großartigen Künstlers, denn Cohen genießt offensichtlich den zum Teil frenetischen Applaus für seine Musik. Alter scheint bei diesem Grandseigneur kein Hindernis für zukünftige Auftritte oder ein neues Album zu sein.


Ausführliche Kritik in der Montagsausgabe