Handelskammer
Die Stasi, die Spitzel und ihre Opfer
Ein Staat, der sich vor den eigenen Bürgern fürchtet, braucht zum Überleben ein Heer von Spitzeln. 1989 hatte die DDR knapp 17 Millionen Einwohner,
Hamburg. Ein Staat, der sich vor den eigenen Bürgern fürchtet, braucht zum Überleben ein Heer von Spitzeln. 1989 hatte die DDR knapp 17 Millionen Einwohner, von denen 186 000 als Inoffizielle Mitarbeiter für die Stasi ihre Nachbarn, Kollegen, Mitschüler und mitunter sogar ihre Freunde und Ehepartner bespitzelten.
Was brachte Menschen dazu, sich so zu verhalten? Wie funktionierte der Stasi-Apparat, der Geheimpolizei, Nachrichtendienst und Ermittlungsbehörde in einem war und sogar über eigene Haftanstalten verfügte? Das ist das Thema einer vorzüglichen neuen Ausstellung der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU), die von heute an in der Handelskammer gezeigt wird. Mit informativen Texten werden Geschichte und Arbeitsweise der Stasi erklärt, so demonstriert zum Beispiel ein originaler "Lehrfilm", wie die Stasi-Mitarbeiter eine Haussuchung unbemerkt durchführten. Vor allem führt die übersichtlich aufgebaute Schau den Besuchern auf oft erschütternde Weise vor Augen, wie brutal die Stasi in das Schicksal von Menschen eingegriffen hat. Ein Exkurs widmet sich auch den Spitzeln im Westen, von denen viele bis heute nicht enttarnt werden konnten.
Adolphsplatz 1, bis 17. Oktober, Mo-Do 9-17, Fr 9-16 Uhr.



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