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Kultur & Live

Hamburg-Festival

Kooperation von Künsten und Künstlern

Ehedem nannte man es Gesamtkunstwerk. Später wurde daraus interdisziplinäres Arbeiten oder das Crossover. Mit dem Festival "Wir nennen es Hamburg"...

Hamburg. Ehedem nannte man es Gesamtkunstwerk. Später wurde daraus interdisziplinäres Arbeiten oder das Crossover. Mit dem Festival "Wir nennen es Hamburg" (Eröffnung 11. Oktober), organisiert von Kunstverein und Kampnagel, wird erneut der Versuch unternommen, spartenübergreifende sowie aktuelle Positionen aus bildender Kunst, Performance, Tanz, Theater und Musik vorzustellen.

"Wir" - das sind sechs Kuratoren aus den beiden Institutionen. Mit dem "es" versuchen sie eine für sie auffällige hamburgspezifische Kultur-note in den Vordergrund zu stellen: das mal gezielte, mal sich zufällig ergebene Kooperieren unterschiedlicher Künste. Das reicht vom interaktiven Hörspiel "Der Neue Mensch", das Teilnehmer in utopische Bewegungen einweist, bis hin zu Klubabenden mit Hamburgs Musikszene. Unterstützung für das Festival gab es von der Hamburgischen Kulturstiftung (70 000 Euro) und weiteren Sponsoren. Nicht viel, angesichts des ambitionierten Programms mit zahlreichen Einzelveranstaltungen.

Dennoch wird jetzt mit viel low und no budget an einigen aufwendigen Produktionen gearbeitet. So am Untergang Hamburgs ("Hamburg Requiem. Es gibt kein Firmament mehr" mit Julia Hummer und Jan Plewka), wie er sich in 70 Jahren ereignen wird.

Anschaulich zeigt sich der interdisziplinäre Ansatz des Festivals an der Arbeit von Monika Gintersberger und Knut Klaßen, beide bekannt für ihre Theaterinszenierungen. Im Kunstverein werden die Regisseurin und der Filmer ihre Performance "We learn hard bildende Kunst" ausrichten. Ihr Projekt zählt als eine von insgesamt 18 Installationen, die der Kunstverein während des Festivals präsentiert.

"Wir nennen es Hamburg" versteht sich als eine Art aktualisierte Bilanz der interdisziplinären Kulturszene in Hamburg seit den 80er-Jahren. Welchen Stein die Kuratoren da womöglich ins Rollen bringen, ahnen sie selber noch nicht. Eines haben sie bereits jetzt erfahren: Ihre Recherche hat zahlreiche Wiederentdeckungen zutage gefördert und unverhofft neue Künstlerkonstellationen ermöglicht. Am 4. Januar endet das Festival.wj

 

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