Neue Halle, alte Songs - alles Klasse
Hamburg. Ein typischer Novembertag in Hamburg: neblig-trüb, mit Nässe, die von unten heraufkriecht und bei der man eigentlich keinen Hund vor die Tür treibt. Ein Tag, wie gemacht für ein Konzert von The Cure. Denn Robert Smith, Sänger, Gitarrist, Songschreiber und Kopf der Band, singt von Dunkelheit und Geistern, von unerfüllter Liebe und Sehnsucht. Die Bühne der Color-Line-Arena ist in blaues Licht getaucht, die adäquate Farbe für diese fast dreistündige Herbst- und Winterreise, auf die Smith die etwa 10 000 Zuhörer mitnimmt.
The Cure hat ein treues und ein mobiles Publikum. Aus ganz Deutschland sind die Fans angereist, aus Großbritannien, aus Portugal, selbst aus Moskau wurden Karten für diesen ersten von nur zwei Deutschlandauftritten bestellt, viele in dem typischen Smith-Look: dunkle Kleidung, hochtoupierte schwarze Haare, schlampig gezogener Lippenstift.
The Cure hat kein aktuelles Album auf dem Markt, insofern konnten sich Smith und seine vier Begleiter dem Repertoire aus mehr als 20 Jahren Bandgeschichte widmen. Ein Best-Of-Programm also ohne Durchhänger, wobei die bekanntesten Cure-Songs wie "Friday I'm In Love" und "Boys Don't Cry" erst in den insgesamt vier Zugabeblöcken gespielt wurden. Aber Smith konnte sicher sein, dass sein treues Publikum nicht aufhören würde zu applaudieren, um die Musiker ein ums andere Mal wieder auf die Bühne zurückzuholen.
Mehr noch als die Eröffnungsgala am Vortag war dieses Konzert die erste Nagelprobe der Color-Line-Arena, und Hamburgs neues Schmuckstück bestand diese mit Bravour. Vor allem der Sound in der Multifunktionshalle ist erstklassig, ein Umstand, der an anderen Spielorten eher zu wünschen übrig lässt. Wenn The Cure mit drei Gitarren einen lauten Klangwall schafft, kommt dieser nicht als Brei an, jedes der Instrumente ist genau auszumachen, der Sound hatte eine klangliche Brillanz, wie sie bei Hallen dieser Größe nicht selbstverständlich ist. The Cure war ein gelungener Auftakt einer Ära, die Hamburg noch mehr an erstklassigen Pop- und Rockgrößen bringen wird, an einem Ort, der sowohl den Künstlern als auch dem Publikum gerecht wird.













