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Kultur & Live

Molotow-Ende: Clubkombinat fordert Bekenntnis zu Liveklubs

Hamburg. Konkrete Hilfe für die Klubszene hat gestern das Clubkombinat gefordert, ein Zusammenschluss der Hamburger Liveklubs. Andrea Rothaug, Geschäftsführender Vorstand des Vereins, fordert eine Erhöhung der bisherigen Klubprämie von 56 000 auf 100 000 Euro sowie die Einführung eines Live-Musik-Fonds in Höhe von 200 000 Euro. Rothaug reagiert mit ihrem Vorstoß auf den Abendblatt-Artikel vom Freitag zum möglichen Ende des Musikklubs Molotow am Spielbudenplatz.

Die Betreiber des Molotow hatten ihren Mietvertrag zum Jahresende gekündigt, weil sich ihr 300 Besucher fassender Kellerklub nicht mehr wirtschaftlich betreiben lasse. Durch das Rauchverbot ist der Getränkeumsatz seit Beginn des Jahres um mehr als 30 Prozent gesunken. Mit Eintrittsgeldern allein lässt sich jedoch kein Liveklub am Leben erhalten. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, bedarf es einer Mischkalkulation aus Eintrittsgeldern und Getränkeumsatz.

Auch Konzertveranstalter Karsten Jahnke meldete sich gestern angesichts der möglichen Molotow-Schließung zu Wort: "Es kann nicht sein, dass Hamburg sich mit seiner lebendigen Klubszene schmückt, wenn einer seiner wichtigsten Liveklubs nicht überleben kann."

Andrea Rothaug kritisiert, dass der Bezirk Mitte in Kauf nimmt, dass die weltberühmte Amüsiermeile immer weiter ihren originären Charakter verliert. "Die Kulturbehörde allein kann den Klubs nicht helfen, der Bezirk Mitte muss strukturpolitisch etwas tun, um diesen verheerenden Niedergang zu stoppen. Der Bezirk muss sich entscheiden, ob er die Reeperbahn als Standort für Livemusik erhalten möchte. Vielleicht hat er durch die Hafencity, die jetzt zum Bezirk Mitte gehört, die Reeperbahn etwas aus dem Auge verloren."

Das Clubkombinat möchte nicht nur eine Erhöhung der Klubprämie, die bisher jährlich von einer fünfköpfigen Jury aus Journalisten und Musikschaffenden nach subjektiven Kriterien vergeben wird, sondern auch ein neues Modell der Verteilung. 80 Prozent der geforderten 100 000 Euro sollen als Anschubfinanzierung in eine Klubstiftung gezahlt werden, aus der heraus Klubs in Zukunft fachgerecht gefördert werden sollen, 20 000 Euro sollten für einen "Club Award" zur Verfügung stehen, mit dem besonders gute Programmarbeit belohnt werden soll. Der geforderte Live-Musik-Fonds soll die finanziellen Belastungen der Musikklubs verringern und helfen, konkret auftretende Probleme schnell zu lösen. Doch selbst wenn diese Pläne des Clubkombinats von der neuen CDU/GAL-Koalition tatsächlich umgesetzt würden, kämen sie zur Rettung des Molotows möglicherweise zu spät.oeh

 

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