Kulturklub: Sabine Schulze zu Gast im Körberforum
Museumsfrau will so beliebt werden wie ihr Vorgänger
Kaum drei Wochen im Amt, schon musste Sabine Schulze im Körberforum beim Kulturklub Rede und Antwort stehen.
Hamburg -. Das meisterte die neue Direktorin des Museums für Kunst und Gewerbe kurz vor der deutsch-türkischen Ballakrobatik am Mittwoch allerdings mit Bravour. Sie schwärmte statt zu klagen und lud alle mögliche Last und denkbaren Anfangsschwierigkeiten auf die Langzeit-Baustelle des Museums. Kein Ton der Unzufriedenheit, nur ein Bedauern darüber, dass noch über Jahre die Räume des Museums eingeschränkt sind.
Grün ist bekanntlich die Farbe der Hoffnung, und mit grünen Schuhen und grüner Bluse stellte sich Schulze den Fragen von Catharina Felixmüller (NDR 90,3) und Claus Friede ("Lampenfieber") vor 130 Zuschauern. Wie ihr erster Tag war? Ein bisschen einsam. Was ihr heimlicher Wunsch sei? "Hoffentlich wirst du ähnlich beliebt wie der Amtsvorgänger."
Unwidersprochen beherrscht Sabine Schulze den Umgang mit Menschen. Das hatte sie bereits in ihrer Frankfurter Zeit als Kuratorin bewiesen, mit Ausstellungen, die im Kern den "Menschen und die ursprünglichen Sehnsüchte" betrafen. Und "ein bisschen angeben" durfte sie da auch mit großen Namen wie Turner, Rafael oder Monet. In Hamburg muss sie jetzt die Seite wechseln, sich neue Fachgebiete erschließen, sich auch um die Finanzierung anstehender Projekte kümmern. Ausstellungen konzipieren dürfen vorerst einmal die anderen im Museum. Es war das einzige Mal, dass Schulze andeutungsweise so etwas wie interne Kritik verlauten ließ. Denn bei der Abstimmung der Abteilungen untereinander gäbe es "noch ein Manko zu verzeichnen". Mehr Kritik aber war der eloquenten Direktorin beim besten Willen nicht zu entlocken.
"Museum ist wie ein Kartenspiel, das immer neu gemischt werden muss", verglich Schulze ihr neues Aufgabengebiet. Tausende von Exponaten aus 4000 Jahren Menschheitsgeschichte aus zahlreichen Kulturkreisen und Religionen verlangen nach permanenter Neuordnung und Neubewertung. Den musealen Dreiklang aus "Sammeln, Forschen und Bewahren" würde sie gern um das Vermitteln ergänzen.
Die Vielfalt des Museums sieht sie als die Trümpfe, die sie in den Händen hält, im Gegensatz etwa zur "Kunsthalle, die nur Schmalspur fährt." Das war kein böser Seitenhieb auf den mächtigen Kulturnachbarn, eher selbst auferlegtes Programm. Hamburg darf gespannt sein, wie die Direktorin nicht nur die museale, sondern auch kulturpolitische Vielfalt zugunsten ihres Hauses in Szene setzt.




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