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Kultur & Live

Jazz: Preisträger im Konzert

Stipendien und Professuren gestiftet

Philipp Steen, Johannes Wennrich und Jakob Dreyer erhielten die Jazz-Stipendien 2008 der Ernst-A.-Langner-Stiftung.

Hamburg. Der Jazz gilt im Vergleich zur Klassik noch immer als Stiefkind der Musikszene. An Talenten mangelt es nicht. Diese auf ihrem Weg zu unterstützen, ist das Anliegen des Hamburger Unternehmers Dr. Ernst A. Langner und seiner gemeinnützigen Stiftung, die seit 2006 jährlich drei Jazz-Stipendien vergibt.

Am Montagabend überreichte er im Rahmen einer Feierstunde im Forum der Hochschule für Musik und Theater den Nachwuchsmusikern Philipp Steen, Johannes Wennrich und Jakob Dreyer die Jazz-Stipendien 2008 der Ernst-A.-Langner-Stiftung. Sie sind mit jeweils 5000 Euro dotiert und sollen konkrete musikalische Projekte, wie zum Beispiel die Produktion einer eigenen CD ermöglichen.

Aus 19 Bewerbungen hatte eine fünfköpfige Expertenjury die drei Preisträger ausgewählt. Der Jazz spiele eine "hitzige, wichtige und treibende Rolle", sagte Hochschulpräsident Professor Elmar Lampson in seiner Begrüßung. An die Adresse der anwesenden Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Dr. Herlind Gundelach, richtete Stifter Ernst A. Langner die Kritik, dass weniger als ein Prozent des Hamburger Haushalts an die Jazzförderung gehe. Es fehle an Räumlichkeiten und an Wettbewerb unter den Musikern. In dem Zusammenhang sorgte Langners Ankündigung, vom kommenden Semester an je eine zusätzliche Professur für Gesang und Perkussion zu stiften, für starken Beifall. Bis zu 40 junge Jazzmusiker sollen künftig an der Hochschule studieren können. "Damit wird die Palette größer und der Jazz erhält eine richtige Zukunft", kommentierte Hochschulpräsident Lampson.

Eingebettet war die Preisvergabe in musikalische Darbietungen der Preisträger. Bassist Philipp Steen präsentierte mit vierköpfiger Band eine Eigenkomposition und den Standard "Stella By Starlight". Johannes Wennrich entlockte seiner Gitarre ebenfalls im Quartett wilde Freejazz-Improvisationen. Zuletzt legte der zurückhaltende Bassist Jakob Dreyer mit Knut Feddersen an den Drums und Matthäus Winnitzki am Piano zwei außergewöhnlich fein ausgearbeitete Eigenkompositionen hin.

Zu Beginn musste die Big Band der Hochschule für Musik und Theater Hamburg unter ihrem Leiter, Professor Wolf Kerschek, ohne den Stargast des Abends auskommen. Posaunist Nils Landgren saß in einem verspäteten Flieger fest. "Mr. Red Horn" holte seinen Auftritt jedoch nach. Künstler wie er begründen den Ruf Hamburgs als Jazzstadt. Weitere Musiker von der Qualität dieser Preisträger könnten folgen. Alle Stipendiaten spielen dank einer Kooperation mit dem römischen Goethe-Institut zunächst am 3. Juli in der Casa del Jazz in Rom.


Philipp Steen 4.7. JazzBaltica, Salzau mit Milla Kay, 13.7. Stellwerk Harburg mit Count Pauli Bigband, 2.10. Hamburger Jazztage, Fabrik, mit Trio Connex; Johannes Wennrich 27.9. Jazztrain Hamburg; Jakob Dreyer 28.6. Thorsten Goods, mit Bigband Blechschaden, bei der Cityjazznight Braunschweig, 2.7. Tina Jäckel Trio, Ponybar Hamburg, 27.9. Jazztrain Hamburg

 

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