Kommentar: Aus für Gratis-Kultur?
Rathaus stoppt die Musik
Die Tinte auf Karin von Welcks Ernennungsurkunde ist gerade getrocknet, und schon hat man der Senatorin für Kultur und neuerdings auch Medien vom Rathaus ein Riesenproblem vor die Behördentür gelegt: Sowohl das Gratis-Open-Air-Kino als auch das Rockspektakel, seit zwei Jahrzehnten populäre Festivals vor dem Rathaus, sind dort laut Senatskanzlei nicht mehr gewünscht. Nun möchte man Vielfalt, kein Veranstalter soll sich nach mehr als drei Durchgängen auf ewig sicher wähnen. Doch keiner außer diesen beiden bietet dort Kultur umsonst an. Der gleiche Senat, der im Koalitionsvertrag die Weiterentwicklung des "lebendigen und vielfältigen kulturellen Angebots" und die "allgemeine Zugänglichkeit für alle Bevölkerungsgruppen" betont, praktiziert nun das Gegenteil. Der gleiche Senat, der ständig die Musik- und Medienmetropole Hamburg propagiert. Das Kino-Festival und das Rock-Spektakel sind feste Kultur-Bestandteile des Sommers, die von der Einmaligkeit ihres Standorts leben. Sie wegen chronischer Beliebtheit - ob nun für ein x-beliebiges Fresszelt oder gar nichts - ins Aus stellen zu wollen klingt nicht nach Hamburg. Das klingt nach Schilda. Oder Hannover.




Branchenbuch Hamburg
Trabrennbahn Hamburg


100. Geburtstag
Axel Springer
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages



