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Der Fälscher: Konrad Kujau

1938 wird im sächsischen Löbau Konrad Kujau geboren. Er fängt eine Lehre als Bauschlosser an. Nach einem Konflikt mit der Jugendorganisation FDJ flüchtet er 1957 in den Westen. Er arbeitet in Stuttgart, gründet eine Gebäudereinigungsfirma. Als die 1973 Konkurs anmeldet, beginnt er mit NS-Devotionalien zu handeln. Dann produziert er in großem Stil Briefe und Dokumente bekannter Nazi-Größen, die reißenden Absatz finden. Für einen schwäbischen Unternehmer schreibt er 1975 das erste "Hitler-Tagebuch".

1981 lernt er "Stern"-Reporter Gerd Heidemann kennen, der bietet ihm für angeblich 27 existierende Tagebücher 2 Millionen Mark; Kujau startet die Großproduktion. Als die Fälschung auffliegt, hat er Heidemann 60 Tagebücher verkauft. Auftauchende Zweifel hat er mit immer neuen Lügengeschichten zerstreut. Ein bekannter Historiker veröffentlicht in einem Buch über Hitler viele von Kujau gefälschte Dokumente.

Im Sommer 1984 beginnt der Prozess gegen ihn, seine Lebensgefährtin und Heidemann. Kujau genießt seine Rolle als Medienstar und verschenkt Urkunden und Zeichnungen im Gerichtssaal. Im Juli 1985 wird er wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu vier Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Strafmildernd wird "ein erhebliches Mitverschulden der an der Beschaffungsaktion beteiligten Personen des Verlages und der Redaktion" gewertet.

Nach der Haftentlassung nutzt Kujau seinen Ruhm als Fälscher, indem er für zahlungskräftige Kunden Meisterwerke der Malerei kopiert und mit "Kujau" signiert. Im September 2000 stirbt er an Kehlkopfkrebs.

 

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