Kompromiss der Kulturbehörde
Leseklub statt Kinderbibliothek
Hamburg. Nach dem anhaltenden Protest von Eimsbüttler Eltern, Kindern und der Initiative "Kibi muss bleiben" gegen den geplanten Umzug der Kinderbibliothek vom Grindel in die Zentralbibliothek am Hühnerposten (das Abendblatt berichtete) reagiert nun die Kulturbehörde. Zwar revidiert Senatorin Karin von Welck nicht ihre Entscheidung, die Kibi zu verlegen - aber sie bietet einen Kompromiss an: Kultur- und Bildungsbehörde wollen die Schulbibliothek der Ida-Ehre-Gesamtschule in der Schlankreye zu einem Leseklub für Kinder ausbauen. Dafür soll eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Schule und den Hamburger Öffentlichen Bücherhallen geschlossen werden. Geplant ist eine Öffnung von zwei bis drei Tagen pro Woche.
"Nicht mal ein Teilerfolg", kritisiert Angela Ziegenhagen, Sprecherin der Initiative "Kibi muss bleiben". "Ein Leseklub ist keine Bücherei. Darunter verstehen wir einen Ausleihbetrieb, keinen Vorleseraum. Die Kibi hatte 81 000 Besucher im letzten Jahr. Ein Leseklub reicht da kaum aus."
Interessant ist zudem nicht nur die Tatsache, dass der Leseklub für Kinder ausgerechnet in einer Schule unterkommen soll, die gar keine Grundschüler hat, sondern auch die Personalstruktur. "Man braucht Vollzeitbibliothekare", meint Ziegenhagen. "Alles andere wäre nicht verlässlich." Aus der Kulturbehörde heißt es dazu, man setze auf "Honorarkräfte und geschulte Ehrenamtliche".
Während die Kulturbehörde den Plan als Lösung verkauft, will die Initiative "keine halb garen Vorschläge" akzeptieren. Der Protest wird vorerst weitergehen.



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