HAMBURG. Kinder müssen auf die Bescherung noch 13 Tage warten - für die Filmschaffenden dauert es noch etwas länger. Ende Februar soll der Referentenentwurf des Kulturministeriums (BKM) veröffentlicht werden, in dem die Grundlagen für das neue Filmförderungsgesetz zusammengefasst sind. Es soll 2009 in Kraft treten. Zu einer Art Bestandsaufnahme der "Wunschzettel" hatte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) vor wenigen Tagen rund 100 Betroffene zum Gespräch an einen runden Tisch nach Hamburg geladen.

"Sehr begeistert" über die Veranstaltung zeigte sich Uli Aselmann, Vorstandsvorsitzender der AG Neuer Deutscher Spielfilmproduzenten. Knapp, aber klar habe man rund zehn Stunden lang über viele mit dem Gesetz in Zusammenhang stehenden Themen gesprochen. Zum Beispiel darüber, wie die Kinos auf die Projektion digitaler Filme umstellen können. Die Kosten dafür: voraussichtlich 60 000 bis 80 000 Euro pro Kino. Oder wie die Filmförderungsanstalt (FFA) des Bundes besser finanziert werden kann.

Die Deutsche Filmakademie fordert eine Abgabe von drei Prozent des Umsatzes an die FFA von allen Fernsehsendern und anderen Auswertern - in Zukunft auch Anbietern von Handys und von Video on Demand. So zahlen beispielsweise die privaten TV-Sender Tele 5 und Das Vierte bisher nichts. "Das sind Sender, die vom Kinofilm profitieren. Wer sich aus diesem Pool bedient, sollte auch einzahlen. Das würde der Kinostruktur sehr guttun", fordert Aselmann, der aber auch höhere Abgaben von ARD und ZDF an die FFA begrüßen würde. Voll des Lobes war der Produzent über den Minister. Mit Sachverstand und Neugierde habe Neumann die Veranstaltung geleitet. "Das war gelebte Demokratie. Wenn er so weitermacht, wird er noch zum Retter der deutschen Filmvielfalt."vob