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Kultur & Live

Karsten Jahnke: Zum 70. Geburtstag Überraschungskonzert im Schauspielhaus

"Ich habe immer nur spielen lassen"

Hamburg. Normalerweise weiß Karsten Jahnke, was ihn in einem Konzert erwartet. Wenn er heute gegen 21 Uhr ins Schauspielhaus kommt, weiß er nichts. Er kennt keinen Ablaufplan, keine Setlist, keinen Künstler, nichts. Denn seine Mitarbeiter haben ihm zu seinem heutigen 70. Geburtstag eine Gala mit hochkarätigen Gästen geschenkt - aber unter strikter Geheimhaltung. Andere Menschen seines Alters genießen längst ihren Ruhestand, der Konzertveranstalter hat sich dagegen entschieden. "Ich habe keine Lust, in Rente zu gehen, ich möchte weiter mitmischen, und zwar in der ersten Liga."

Karsten Jahnke liebt Musik: "Und ich gehe gern in meine eigenen Konzerte. Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten, und Künstler sind interessante Menschen", nennt er als Gründe für seine Vitalität. Ob im Stadtpark, den er "sein Wohnzimmer" nennt, oder im Schauspielhaus - für ihn die schönste Bühne in Hamburg - oder in den Klubs beim Reeperbahnfestival: Jahnke ist immer dabei. "Ein Livekonzert ist durch nichts zu ersetzen. Du kannst dir eine Platte 21-mal auflegen und sie gefällt dir 21-mal, aber die Sternstunden, die du in einem Klub erleben kannst, kann keine CD ersetzen. Deshalb brummen die Konzerte gerade."

Doch Jahnke sieht auch Gefahren für seine Branche, die so viel Umsatz macht wie noch nie: "Bei der Preispolitik muss man sehr aufpassen. Die hohen Preise für eine Barbra Streisand, die noch nie hier war und auch nicht wiederkommen wird, sind gerechtfertigt, aber man darf nicht aus den Augen verlieren, was ein normaler Mensch verdient. Ich bin nachdenklich geworden, als mich im Sommer Bekannte angerufen und gesagt haben: ,Alter, 75 Euro für Peter Gabriel oder The Who zahle ich nicht.' Meine Folgerung daraus ist, dass ich in Zukunft Konzertangebote ablehnen werde, wenn mir die Gagenforderungen zu hoch erscheinen."

Gespannt ist der Konzertagent auf die neue Elbphilharmonie. Er glaubt, dass sie zu einem Hamburger Wahrzeichen werden könnte, das sehr viele Menschen von außerhalb nach Hamburg locken wird. Er selbst möchte darin Jazz- und Entertainmentkonzerte veranstalten. "Es wäre sicher reizvoll, jemanden wie Eric Clapton dort spielen zu sehen, aber dafür ist die Elbphilharmonie zu klein." Es sei denn, Clapton hätte selbst den Wunsch und würde eine der Größe des Konzertsaales angemessene Gage fordern.

Obwohl Karsten Jahnke musikverrückt ist, spielt er selber kein Instrument. Auch nicht das Banjo, das in seinem Büro steht. "Ich lasse immer nur spielen", sagt er. Heute lassen seine Mitarbeiter spielen. Für ihn.

  • Für die Keep-Swinging-Gala gibt es ein paar Resttickets an der Abendkasse. Sie kosten 30 Euro, Einlass ist um 20 Uhr, die Gala beginnt um 21 Uhr.

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