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Kultur & Live

Neun Stücke, 20 Jahre: Gilla Cremers Werkschau eröffnet

HAMBURG. Das Stück "Odyssee Embryonale" gibt es seit zwanzig Jahren, es war das erste des Ein-Frau-Betriebs "Theater Unikate", in dem Gilla Cremer nahezu alles im Alleingang stemmt: Stücke schreiben, Programme auch, Bühnenausstattung transportieren, Publikum begrüßen, Jubiläumskuchen backen.

Mit "Odyssee Embryonale" begann am Dienstagabend beim Medienpartner Abendblatt auch der Jubiläums-Marathon, mit dem Gilla Cremer 20 Jahre Überleben als freie Schauspielerin feiert. Neben Kultursenatorin Karin von Welck und NDR-Journalistin Heide Soltau (Cremer-Fan der ersten Stunde) gratulierten u. a. Ludwig von Otting und Angelika Thomas (Thalia Theater), die Schauspielerin des Jahres, Judith Rosmair (auch Thalia), Stephanie Grau (Kindertheater Zeppelin), Olli Dittrich, Ex-Kultursenatorin Helga Schuchardt und 170 weitere Theatergäste, unter ihnen auch der "Damen-Likör-Chor", in dem Gilla Cremer zuweilen singt.

Nach den Reden gab sie auf der Bühne den hinreißenden Monolog einer Karrierefrau (Werbebranche), die versucht, eine ungeplante Schwangerschaft und ein unablehnbares Jobangebot unter einen Hut zu jonglieren, indem sie ihre Putzfrau als Leihmutter engagiert, die den Embryo dann aber bei einem Reproduktionsmediziner und Genforscher parkt. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle, während der sich das Problem vervielfacht.

Gilla Cremer agiert als Frau mit vielen Facetten, anrührend besonders dort, wo hinter der Fassade der Karriere-Lady die verdrängten Gefühle aufscheinen.

Begeisterter Applaus und Staunen über eine so weitsichtige wie urkomische Stück-Idee, die heute gar nicht mehr so weit von der Realtiät entfernt ist.

  • Odyssee Embryonale Do, 11.10., Monsun Theater (Friedensallee 20. Einmal lebt ich 22.10., Hamburger Kammerspiele. Trilogie des Versprechens (Die Kommandeuse, Morrison Hotel, m.e.d.e.a.) 3.11., Kampnagelhjf

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