Baloise-Kunst-Preis
Preisgeld für Peter Piller, Werk für die Kunsthalle
HAMBURG. Der Künstler Peter Piller zeigte wahre Heimatgefühle, als er am Mittwochabend in der Kunsthalle den mit 25 000 Schweizer Franken dotierten Baloise-Kunst-Preis überreicht bekam. In Leipzig, wo er zurzeit lehrt, bleibe er von Berufs wegen. Seine Leidenschaft aber und sein Wohnsitz seien in Hamburg.
Bevor Piller zur Kunst kam, leistete er brave Job-Arbeit in einer Medienagentur. Seine Aufmerksamkeit aber zogen dort die auf den ersten Blick langweilig wirkenden Fotos aus Regional-Zeitungen auf sich. Das waren immer gleiche Szenerien - biedere Einfamilienhäuser als Tatorte oder unbebaute Grundstücke. Fotos, die sich nur durch die Bildunterschrift erschließen. Piller aber schnitt sie weg und entdeckte Tragisches wie Mystisches, Lächerliches wie Ernstes in den Motiven. Thematisch aneinandergereiht, geht von ihnen der unwiderstehliche Charme einer Enzyklopädie in Bildern über das moderne Leben aus.
Der Kunst-Preis der Schweizer Versicherungsgruppe umfasst zudem die Schenkung eines Werkes der Preisträger an ausgewählte Kunstmuseen.
Stolz kann sich deshalb die Kunsthalle jetzt als Eigentümer der Piller-Arbeit "Ungeklärte Fälle" rühmen. Das sind wunderbar alltägliche Presse-Szenarien, die unfreiwillig neue Bedeutungen offenbaren.



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